Blitzaktion an Druseltalstraße: Temposünder im Visier

Temposünder im Blick: Polizei-Oberkommissar Carsten Albert nahm mit seinem Handlaser-Messgerät die Autofahrer auf der Druseltalstraße ins Visier.

Kassel. Polizei-Oberkommissar Stefan Wegener und sein Team von der Verkehrsinspektion Kassel bringen ein Handlaser-Messgerät an der Bushaltestelle Druseltalstraße/Ecke Heideweg in Stellung. Drei Stunden lang wollen sie die Geschwindigkeit der stadtauswärts fahrenden Autos auf der Druseltalstraße messen.

Die Aktion ist Teil des zweiten bundesweiten Blitzmarathons über 24 Stunden. An mehr als zehn Straßen in Stadt und Altkreis Kassel fanden am Donnerstag Geschwindigkeitskontrollen statt.

Nach einer Viertelstunde die erste Meldung: schwarzer Peugeot, 72 km/h. Oberkommissarin Claudia Günther winkt den Fahrer auf den Heideweg. 80 Euro und einen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei kostet den Fahrer der Geschwindigkeitsverstoß. Auf der Straße sind 50 km/h erlaubt. „Ich werde künftig mehr auf die Geschwindigkeit achten“, sagt der Fahrer einsichtig. Er sei gerade erst aufgestanden, erzählt er Oberkommissar Markus Götz, der mit ihm die Formalitäten erledigt.

Der Bereich an der Bushaltestelle ist laut Wegener ein Unfallschwerpunkt. An der Fußgängerampel überquert gerade eine Klasse der nahegelegenen Grundschule Am Heideweg die Straße. Die Schüler nutzen für den Sportunterricht eine Turnhalle auf der Marbachshöhe. „Kinder und alte Menschen sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, sie gilt es besonders zu schützen“, sagt Wegener. Deshalb werde häufig an dieser Stelle geblitzt.

Die meisten Geschwindigkeitssünder zeigen sich laut Wegener einsichtig. Die häufigsten Rechtfertigungen für zu schnelles Fahren seien Termindruck und Zeitnot. Das sagt auch ein BMW-Fahrer, der mit 65 km/h geblitzt wurde. Er sei auf dem Weg zu seinem Vater ins Krankenhaus, der einen Herzinfarkt erlitten habe. Er kommt mit einem Verwarnungsgeld von 35 Euro davon, ist aber sauer, weil es kein Beweisfoto gibt und die gemessene Geschwindigkeit nicht mehr auf dem Messgerät zu sehen ist.

„Bei einem Handlaser-Gerät gibt es keine Fotos“, erklärt Oberkommissar Carsten Albert. Messergebnisse, Fabrikat, Uhrzeit und Kennzeichen werden sofort in eine Liste eingetragen, bezeugt von einem zweiten Polizeibeamten.

An der Druseltalstraße unterhalb der Bushaltestelle kann Albert die Geschwindigkeit der Fahrzeuge in einer Entfernung von 80 bis 300 Metern messen. Geahndet werden auch das Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt und das Fahren ohne Anschnallgurt. In den ersten eineinhalb Stunden tappen den Polizeibeamten fünf Verkehrssünder in die Falle.

Normalerweise seien es deutlich mehr, sagt Claudia Günther. Die Blitz-Aktion war zuvor in den Medien angekündigt worden. Laut Wegener kamen im vergangenen Jahr in Hessen mehr als 200 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, die häufigste Unfallursache war überhöhte Geschwindigkeit.

Von Mirko Konrad

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