Mit Teppichmesser tief in den Hals geschnitten: Acht Jahre Haft

Kassel. Weil er seiner Ex-Freundin mit einem Teppichmesser tief in den Hals geschnitten und sie so beinahe getötet hat, ist ein Mann aus Kassel zu acht Jahren Haft verurteilt worden.

Damit blieb das Landgericht in der Berufungsverhandlung am Freitag unter dem Strafmaß von neun Jahren aus dem ersten Urteil - und folgte dem Antrag der Verteidigung, die auf versuchten Totschlag plädiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte für den 56-Jährigen eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen versuchten Mordes aus Heimtücke gefordert.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Mann seine Ex-Freundin am 7. Februar 2013 in Kassel-Harleshausen mehrfach mit einem Paket-Scanner geschlagen, sie gewürgt und mit dem Teppichmesser traktiert hatte. Der spätere Angeklagte fuhr am selben Abend gegen einen Brückenpfeiler der A49 und gab am ersten Verhandlungstag an, sich an den gesamten Tag nicht mehr erinnern zu können. "Da wir nicht in ihr Inneres schauen können, können wir einige Aspekte nicht mit Sicherheit feststellen", sagte der Richter. Das Gericht wertete das Geschehen als Affekt, so kam es zu einem verminderten Strafmaß.

Die Nebenklage kündigte erneut Revision an. "Es ist schon das zweite Mal, dass sich das Landgericht gegen einen Sachverständigen gestellt hat", betonte der Anwalt. Im ersten Prozess war der 56-Jährige im Dezember 2013 zu neun Jahren Haft verurteilt worden. (lhe)

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