Terminabsprache mit Petrus: Kasseler (17) ist begeisterter Hobby-Meteorologe

Hobby-Meteorologe Alexander Uffelmann steht im Garten seiner Eltern in Kirchditmold. Mit dem Laptop erstellt Uffelmann seine Wetterprognosen.
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Hobby-Meteorologe Alexander Uffelmann steht im Garten seiner Eltern in Kirchditmold. Mit dem Laptop erstellt Uffelmann seine Wetterprognosen.

Alexander Uffelmann hat ein ungewöhnliches Hobby: Der 17-Jährige ist Hobby-Meteorologe. Seit er 10 Jahre alt war, schaut er, was sich am Himmel tut.

Kassel – Alexander Uffelmann aus Kirchditmold ist es in den vergangenen Wochen eigentlich wie allen 17-jährigen Schülern ergangen: Das Homeschooling bestimmte den Alltag, der Unterricht mit den vielen Videokonferenzen war zur Routine geworden. Selbst die Aufgaben ließen sich mit der Zeit gut bewältigen. Dennoch war Uffelmann nervös und angespannt.

Abiturprüfungen, die so manchem Schüler in diesen Tagen Sorgen bereiten, waren nicht der Grund dafür, denn er geht erst in die zehnte Klasse der Reformschule. Doch auch bei seinem wichtigsten Hobby geht es um richtig und falsch – und um schlaflose Nächte. Denn Alexander Uffelmann ist Hobby-Meteorologe und eine falsche Wetterprognose verursacht bei ihm schon einmal Bauchschmerzen.

Doch auf die Schneefront, die ab dem 6. Februar auf Nordhessen zurollte, war Verlass – nach zunächst gegensätzlichen Prognosen. Uffelmann konnte beruhigt schlafen und anschließend den Schnee genießen.

Als Uffelmann zehn Jahre alt war, begann seine Leidenschaft für das Wetter. „Damals habe ich mir immer und immer wieder die Wetternachrichten im Radio und Fernsehen angehört“, erzählt er. „Und ich habe gehofft, dass bestimmte Phänomene wie Schnee oder Gewitter eintreffen.“

Das habe er dann mit einem weiteren Hobby, der Fotografie, kombinieren können. Noch heute fotografiert Uffelmann, zum Beispiel für ein Schulprojekt, Wolkenformationen und spektakuläre Sonnenauf- und Untergänge.

Mit zwölf Jahren bekam Uffelmann dann seinen ersten eigenen Computer mit Internetzugang. Nun konnte er sich umfassend über das Wetter informieren. Auf Youtube habe sich eine Wetter-Szene gebildet, erzählt er, in der Hobby-Meteorologen in den Kommentarspalten unter Videos von Portalen wie wetter.com fachsimpeln. Auch in Whatsapp-Gruppen tauscht Uffelmann mit seinen „Wetterbekannten“, wie er sie nennt, Fotos und Prognosen aus.

„Ich bin natürlich kein studierter Wetter-Experte“, räumt Uffelmann ein. „Doch ich lerne immer was dazu und kann mittlerweile viele Wetterphänomene erklären. Besonders freue es ihn, wenn seine selbst erstellten Prognosen einträfen.

Mit einigen bekannten TV-Wetterexperten steht Uffelmann zudem über Instagram in Austausch. So habe er etwa den HR-Wettermoderator Thomas Ranft persönlich kennengelernt und stehe mit ihm und anderen Koryphäen im Wettergeschäft regelmäßig in Austausch. Für seine Fotos und Prognosen habe er bislang nur positive Rückmeldungen erhalten.

Dennoch ist sich Uffelmann unsicher, ob er nach dem Abitur selbst in die Fußstapfen seiner Vorbilder treten will. Denn: „Der Job wird von Computern abgelöst“, gibt Uffelmann zu bedenken. Schon heute sei es für Privatanwender praktisch unmöglich, eigene Prognosen zu erstellen. Dafür brauche es die besten Rechner der Welt, einer davon stehe beim Deutschen Wetterdienst in

Offenbach, wo Uffelmann gern ein Schulpraktikum machen würde.

Uffelmann basiert seine eigenen Prognosen, die er an seinem Laptop erstellt, daher auf Daten anderer Vorhersagen aus verschiedenen Quellen. Eine Wetterstation im Garten seiner Eltern, das typische Utensil eines „Wetterfroschs“, besitze er gar nicht.

Und dennoch sei er „süchtig“ nach Wetter. „Ich kann kaum schlafen, wenn bestimmte Phänomene vor der Tür stehen. Und ich bin traurig, wenn es nicht so wird, wie ich es vorausgesagt habe.“

Und so richte er sogar seinen Schulalltag auf das Wetter aus: „Wenn für Sonntag Sturm angekündigt ist, mache ich bis dahin all meine Hausaufgaben, um rausgehen zu können. Das ist mein Termin bei Petrus.“

Von Paul Bröker

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