Verbindung zur Familie Yozgat

Nach Oberursel-Festnahmen: Terror-Spur führt nach Kassel

Auf diesem Bild ist das Wohnhaus zu sehen, in dem Halil D. in Kassel für einige Zeit lebte. Fotos: dpa /Holscher

Ist Nordhessen eine Hochburg des Salafismus? Es ist ein Problemgebiet, sagt ein Kenner der Szene gegenüber der HNA. Neben dem Rhein-Main-Gebiet sollen auch in Nordhessen viele Menschen radikalisiert werden.

Die Anzeichen mehren sich dafür. Die Behörden halten sich bedeckt. Vor Wochen reisten fünf junge Erwachsene nach Syrien - von vier fehlt immer noch jede Spur. Einer kehrte zurück und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Jetzt wurde durch Recherchen des Wochenmagazins „Der Spiegel“ bekannt: Auch Halil D. aus Oberursel, der Mann, der mit seiner Frau Senay D. offenbar einen Anschlag bei Frankfurt plante und nun in Untersuchungshaft sitzt, lebte zeitweise in Kassel - vermutlich bis zum Jahr 2008.

Mehrere Nachbarn bestätigten gegenüber der HNA, dass der heute 35-jährige Halil D. neben ihnen im Haus im Stadtteil Wesertor gelebt habe. Sie erinnern sich noch gut an die lauten Nachbarn - wollen sich aber nicht weiter dazu äußern.

Der Vater lebt immer noch in Kassel, wie „Der Spiegel“ berichtet, die Mutter, Zaliha D. ist vor einigen Jahren verstorben.

Auf diesem Bild ist das Wohnhaus zu sehen, in dem Halil D. in Kassel für einige Zeit lebte. Fotos: dpa /Holscher

Halil D., bei dem die Fahnder in der Oberurseler Wohnung Ende April eine funktionierende Bombe, Waffenteile und Munition fanden, zog offenbar im Jahr 2008 aus Kassel weg. In Kassel ist der 35-Jährige strafrechtlich auffällig geworden, als er im November 2008 in der Kasseler Nordstadt von der Polizei kontrolliert wurde. Die Beamten fanden ein verbotenes Faustmesser bei ihm - dafür erhielt er im Sommer 2009 eine Strafe über 90 Tagessätze. Bei einem Faustmesser ist die Klinge im 90-Grad-Winkel zum Griff montiert. Halil. D soll dann ohne den Vater nach Frankfurt gezogen sein, wie der Spiegel berichtet - der Kontakt brach ab.

Während seiner Kasseler Zeit waren die Eltern von Halil D. offenbar auch in Kontakt mit der Familie Yozgat. Sie sollen zeitweise in der selben Nachbarschaft gewohnt haben. Diese Verbindung fiel auf, nachdem die Polizei nach dem NSU-Mord an Halit Yozgat im Jahr 2006 die Handynummer von Zaliha D., der Mutter von Halil D, auf dem Rechner von Halit Yozgat fand - das geht aus Ermittlungsakten hervor, wie der HNA gegenüber bestätigt wurde.

Doch was bedeutet diese Verbindung? Der Spiegel stellt die Frage, ob nicht die Ermordung von Halit Yozgat zur Radikalisierung von Halil D. beigetragen haben könnte.

Man halte das nicht für kommentierungsbedürftig, teilten die Anwälte der Familie auf HNA-Anfrage mit.

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