Kostenfreie Untersuchungen sind bei den Kasseler Gesundheitstagen begehrt

Tests auf Herz und Nieren

Der Test: Michael Spacek kontrolliert mithilfe von Schwarzlicht, ob Martina Meyer ihre Hände richtig gereinigt hat. Fotos: Konrad

Kassel. 150 zu 90. „Für Ihr Alter ist der Wert gar nicht so schlecht“, sagt Michaela Venator. Am Stand der Gesundheit Nordhessen Holding, wo sich auch die Seniorenwohnanlagen Fasanenhof und Lindenberg vorstellen, hat sie der 84-jährigen Ingrid Schumann aus Kassel den Blutdruck gemessen. „Blutzucker auch gleich?“, fragt Venator. Ingrid Schumann willigt ein. „Ich sitze hier gerade so schön“, sagt sie.

Vor allem die kostenfreien Gesundheitschecks stoßen bei den 9. Kasseler Gesundheitstage auf großes Interesse. Und die sind vielfältig, sie reichen von Hörchecks über Muskeltests bis zu Koordinationsmessungen. Zudem können sich die Besucher der Gesundheitsmesse in der Kasseler Stadthalle etwa bei Wellnessbehandlungen entspannen, ihre Reaktionsfähigkeit testen oder richtiges Händewaschen lernen.

Der Blutzucker bei Ingrid Schumann ist in Ordnung. Am Ende gibt es noch eine Bescheinigung für den Hausarzt.

An einem anderen Stand richtet Optikerin Karin Frühbis aus Melsungen ihr Refraktometer ein. Damit kann sie die Sehstärke mit und ohne Brille messen. „Bei Ihnen ist alles in Ordnung“, sagt sie. Kristine Jordan (29) aus Immenhausen ist erleichtert. Bei ihrer Kollegin dagegen wird eine Hornhautverkrümmung festgestellt.

Laut Holger Schach, Geschäftsführer der Regionalmanagement Nordhessen GmbH, die die Gesundheitstage veranstaltet, verfolgt die Messe drei Ziele: Sie soll einen Erlebnis-Charakter für die Besucher haben, eine Kooperationsplattform für Akteure aus der Gesundheitsbranche sein und der Fort- und Weiterbildung von Ärzten dienen. „Der Bereich Gesundheit ist eine der wesentlichen Säulen in Nordhessen und auch ein wirtschaftliches Standbein in der Region“, sagt der Regionalmanager. Die Wertschöpfung in der Branche, in der in Nordhessen 65 000 Menschen arbeiten, beträgt pro Jahr 3,1 Milliarden Euro. „Die Branche entwickelt sich“, sagt Schach.

Bewerberlounge gefragt

Dementsprechend gefragt ist die Bewerberlounge im Gesellschaftssaal, wo Jugendliche direkt mit Unternehmen in Kontakt treten und sich bewerben können.

Im Foyer erklärt derweil Michael Spacek vom Gesundheitsamt der Region Kassel Martina Meyer (33) aus Hamburg, wie man die Hände richtig reinigt. „80 Prozent der Menschen haben danach noch Rückstände“, sagt er. Eine fluoreszierende Crème macht diese unter Schwarzlicht sichtbar. „Alle Handpartien mindestens 30 Sekunden lang reinigen“, rät Spacek.

Das Angebot an den 136 Ständen ist vielfältig. Es reicht von der Burn-out-Beratung über eine Live-Kochshow, der Vorstellung von Operationsmethoden bis zur medizinhistorischen Ausstellung. Zudem stellen sich 21 Selbsthilfegruppen aus der Region vor. Das wissenschaftliche Programm, das für alle Besucher zugänglich ist, umfasst 110 Referenten.

Von Mirko Konrad

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