Thema Finanzen: Ohne Geldsorgen durchs Studium

Miete, Studiengebühren, Lebensmittel: Wer ein Studium beginnt, steht meist vor der Frage, wie er seinen Lebensunterhalt in den kommenden Jahren bestreiten soll. Die schlechte Nachricht: Studieren ist teuer. Die gute: Es gibt jede Menge finanzielle Unterstützung.

Ein Studium an der Uni Kassel kostet zwischen 600 und 900 Euro pro Monat – je nach Miethöhe und individuellen Ausgaben der Studenten. Diese Erfahrung haben die Mitarbeiter des Kasseler Studentenwerks gemacht. In diesem Betrag nicht enthalten sind die Semestergebühren, die auch das Ticket für den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) enthalten. Die Kosten dafür belaufen sich derzeit auf 231 Euro im Semester. Normalerweise müssen Eltern während der Ausbildung für den Unterhalt ihrer Kinder aufkommen. Wenn das nicht möglich ist, gibt es einige Möglichkeiten. Die meisten Studenten jobben, andere bewerben sich für ein Stipendium oder erhalten BaföG. Egal, welche Möglichkeit infrage kommt: Zunächst sollten Studenten ihre finanzielle Lage genau kennen. Eine Liste bringt Klarheit. Auf der einen Seite wird der monatliche Geldbedarf aufgelistet: Miete, Essen, Kleidung, Telefon und Versicherungen. Dem gegenüber stehen die Einnahmen: Zuschuss von den Eltern, Kindergeld, Erspartes. „In jedem Fall ist es sinnvoll, einen BaföG-Antrag zu stellen“, heißt es in einer Broschüre des Deutschen Studentenwerks. Denn manchmal erhielten Studierende auch wider Erwarten eine Förderung. Wenn nicht, gilt der negative Bescheid als Nachweis darüber, dass man „dem Grund nach“ keinen Anspruch auf BaföG hat und deshalb eine Voraussetzung für andere Sozialleistungen, zum Beispiel Wohngeld, erfüllt. Wichtige Ansprechpartner für Studierende, die finanzielle Unterstützung brauchen, sind die Mitarbeiter des Studentenwerks. Sie informieren in persönlichen Beratungsgesprächen über:

BaföG Nicht immer können Eltern das Studium ihres Kindes finanzieren. Wenn ihr Geld nicht ausreicht, können Studenten auf BaföG zurückgreifen. Mit bis zu 648 Euro monatlich, von denen in der Regel die Hälfte zurückgezahlt werden muss, fördert der Staat Studierende nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BaföG). Die Förderungshöchstdauer entspricht grundsätzlich der Regelstudienzeit. Die Berater beim Studentenwerk helfen beim Ausfüllen der Formulare.

Jobben Neben dem Studium jobben: Das ist für etwa 70 Prozent der Kasseler Studenten Alltag. Viele arbeiten, um sich etwas leisten zu können, die meisten aber, weil sie es müssen. Durchschnittlich 300 Euro kommen so zusätzlich in die Kasse. Trotzdem: Zu viel Arbeit tut dem Studium nicht gut. Deshalb sollten Studierende sich nicht zu viel aufbürden. Ideal ist ein Mini-Job, bei dem man bis zu 400 Euro pro Monat verdienen darf. Ferienjobs sind bis zu zwei Monate/50 Tage pro Jahr sozialversicherungsfrei.

Stipendien Stipendien sind nicht nur etwas für Hochbegabte. Neben guten Leistungen werden auch ehrenamtliches, politisches und gewerkschaftliches Engagement gefördert. Stipendiengeber sind zum Beispiel Kirchen, Parteien, Firmen und Gewerkschaften. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.stipendiumplus.de und www.stipendienlotse.de.

Darlehen Für in Not geratene Studenten, die BaföG beziehen, bietet das Studentenwerk ein Überbrückungsdarlehen an. Wer keinen Anspruch auf BaföG hat, kann am Ende seines Studiums ein Studienabschlussdarlehen in Anspruch nehmen. Einige Kreditinstitute bieten zudem Studienkredite an. Die Angebote sollten allerdings genau geprüft werden, denn die Zinssätze variieren stark. Das Kasseler Studentenwerk vermittelt den KfW-Studienkredit. Für bis zu 14 Semester können Studierende 100 bis 650 Euro monatlich bekommen. Einzelheiten gibt es auf der Internetseite www.kfw-foerderbank.de. Eine ausführliche Beratung im Studentenwerk ist in jedem Fall ratsam.

Individuelle Beratung zum Thema Studienfinanzierung

Das Beratungszentrum des Studentenwerks befindet sich in direkter Nähe zum Campus: Wolfhager Straße 10 (Hofgebäude). Eine persönliche Beratung ist montags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr sowie dienstags und mittwochs von 10 bis 15 Uhr möglich.

BaföG: Tel. 0561/804-2551, E-Mail: foerderung@studentenwerk.uni-kassel.de

Studienabschlussdarlehen/Überbrückungsdarlehen: Monika Briele, Tel. 0561/804-2569, m.briele@studentenwerk.uni-kassel.de

Darlehen, Jobben, Stipendien, KfW-Studienkredit: Anja Sajonz, Tel. 0561/804-2247, E-Mail: studienfinanzierung@studentenwerk.uni-kassel.de

Von Pamela De Filippo

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