Experten für Krebsdiagnostik und -therapie arbeiten im Vorderen Westen

Therapie weltweit gefragt

Im Labor: Ulrike Hampacher (links) und Nadine Seibert bei Laboruntersuchungen mit modernsten technischen Geräten.

Kassel. Wenn demnächst eine weltweit neue Therapie für bestimmte Formen von Magenkrebs zugelassen wird, ist dies maßgeblich der Forschungsarbeit der Targos Molecular Pathology GmbH in Kassel zu verdanken. Das Unternehmen hat im Oktober gemeinsam mit der Pathologie Nordhessen das neu errichtete Haus der Wissenschaft in der Germaniastraße 7 bis 9 bezogen. Dies ist bereits eine international gefragte Adresse für Tumordiagnostik und Tumortherapieforschung.

Hunderte von Gewebeproben von Patienten erreichen täglich dieses Zentrum. Diese werden hier aufgearbeitet, um selbst kleinste Zellen und molekulare Bausteine beurteilen zu können. Wichtigste Aufgabe der Arbeit der Fachärzte und Wissenschaftler ist es dabei, die optimale Therapie für den Patienten herauszufinden, betont Prof. Dr. Josef Rüschoff, Senior-Partner und Medizinischer Leiter des Instituts für Pathologie Nordhessen. „Im Idealfall führt eine maßgeschneiderte Therapie zu erstaunlichen Erfolgen“, sagt der frühere Leiter der Pathologie am Klinikum Kassel.

120 Mitarbeiter

Hauptaufgabe der Pathologie Nordhessen sei die Versorgung der Krankenhäuser der Region und zahlreicher Arztpraxen. Durch häufige Konferenzen beispielsweise mit den Kollegen verschiedener Tumor- und Organzentren bringe man das Wissen über neue Studien und Therapien direkt in die Region.

Über 120 Mitarbeiter (darunter zehn Pathologen) sind im Haus der Wissenschaft tätig. Sie arbeiten bei der Pathologie Nordhessen, den Instituten für Pathologie, gynäkologische Cytologie und Rechtsmedizin sowie der Targos Molecular Pathology GmbH. Auch Fachärzte, die vorher pathologische Praxen in der Region hatten, haben sich dem Zentrum angeschlossen.

Durch die enge Zusammenarbeit von Fachleuten verschiedener Disziplinen, mithilfe moderner Strukturen und Labore könne man hier dem Umfang der mannigfaltigen Aufgaben noch besser gerecht werden, sagt der Pathologe Privatdozent Dr. Ernst Heinmöller.

Auch der in Kassel niedergelassene Frauenarzt Dr. Janusch Walbeck hat sich - neben seiner Praxis - mit seinem cytologischen Labor der Pathologie Nordhessen angeschlossen. Schwerpunkt seiner Arbeit hier ist die Beurteilung von Zellabstrichen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs - auch mithilfe computerassistierter Auswertung. Neu ist das Angebot einer Dysplasie-Sprechstunde für Patientinnen, die aufgrund wiederholt auffälliger Abstriche intensiver untersucht werden müssen.

„Mir hat es gefallen, mit so angesehenen Pathologen etwas aufzubauen“, sagt der Kasseler Rechtsmediziner Prof. Dr. Klaus-Steffen Saternus. Bei der Klärung von Todesursachen kann er nun noch intensiver mit Kollegen anderer Fachdisziplinen zusammenarbeiten.

Von Martina Heise-Thonicke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.