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Kurhessen Therme verbraucht nach Sanierung weniger Energie

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Von: Thomas Siemon

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Das Außenbecken der Kurhessen-Therme: Auch hier wird das Thermalwasser auf angenehme Temperaturen aufgeheizt. Der Energieverbrauch dafür ist durch moderne Technik gesunken. Archi
Das Außenbecken der Kurhessen-Therme: Auch hier wird das Thermalwasser auf angenehme Temperaturen aufgeheizt. Der Energieverbrauch dafür ist durch moderne Technik gesunken. Archi © Lothar Koch

Während der Corona-Pause ist die Kurhessen Therme für rund 15 Millionen Euro saniert worden. LED-Technik, ein erneuertes Blockheizkraftwerk und demnächst Fernwärme sorgen für einen geringeren Energieverbrauch.

Kassel – In einigen Wochen feiert die Kurhessen-Therme ihr 40-jähriges Bestehen. Angesichts der Energiepreise und zwischenzeitlich drohender Lieferengpässe beim Gas hätte das ein schwieriges Jubiläum werden können. Danach sieht es aber nicht aus. „Ich bin froh, dass wir unsere Technik erneuert haben und auch weiter erneuern werden“, sagt Betriebsleiter Marcus Jungermann.

Jetzt zahlt es sich aus, dass die Wicker-Gruppe als Betreiber der Therme während der Zwangspause durch Corona viel Geld in die Sanierung hat. Unter anderem wurde die gesamte Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgestellt. Neu sind zudem Filter- und Lüftungstechnik. Das macht sich jetzt beim Stromverbrauch bemerkbar, der nach Angaben von Jungermann um 40 Prozent gesunken ist.

Die neue Beleuchtung kann man als Besucher sehen. Im Untergeschoss steht allerdings ein unscheinbarer Kasten, der mindestens genauso wichtig für das angestrebte Energiesparen ist. Hier ist Platz für ein Blockheizkraftwerk der Städtischen Werke. Dessen Innenleben wurde in den vergangenen Monaten komplett erneuert. Jetzt wird das kleine Kraftwerk nicht mehr mit Öl, sondern sehr viel effektiver als vorher mit Gas betrieben. Damit wird Strom nicht nur für die Therme produziert. Nachts fließt überschüssige Energie in das Netz.

Ein weiterer großer Schritt zu mehr Energieeffizienz soll der Anschluss an die städtische Fernwärmeversorgung werden. Die Voraussetzungen dafür sind während der rund 15 Millionen Euro teuren Sanierung der Therme längst geschaffen worden. Doch bislang fehlt der letzte Schritt. Das hängt an Lieferengpässen für die Fernwärmerohre, die strenge Qualitätsnormen erfüllen müssen. „Wir hoffen aber, dass es noch vor dem Frühjahr klappt“, sagt Marcus Jungermann. In etwa einem Jahr könne er dann auch sagen, wie sich das auf den Energieverbrauch der Therme auswirkt.

An der Wassertemperatur in den Becken der Therme wird sich jedenfalls nichts ändern. 31 Grad im großen Becken und 34,5 Grad im Bewegungsbad haben sich in fast 40 Jahren bewährt. Das Thermalwasser kommt übrigens ganz aus der Nähe. Unterhalb des Wilhelmshöher Freibades und des Minigolfplatzes befindet sich das Bohrloch. Von dort läuft das heilende Wasser fast zwei Kilometer leicht bergab durch Rohre bis zur Therme. Hier muss es dann erwärmt werden. Und das mit deutlich weniger Energie als in früheren Jahren.

Die Kurhessen Therme ist täglich von 9 bis 22 Uhr geöffnet. Eintrittskarten gibt es ab 15,50 Euro.

Im Keller der Therme: Marcus Jungermann steht vor dem erneuerten Blockheizkraftwerk.
Im Keller der Therme: Marcus Jungermann steht vor dem erneuerten Blockheizkraftwerk. © Thomas Siemon

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