Schaden: 58.000 Euro

Ticketbetrug: Bande fliegt auf

Kassel. Ermittler der Bundespolizeiinspektion Kassel haben Betrügereien im großen Stil mit Onlinetickets der Deutschen Bahn aufgedeckt. Insgesamt wurden der Viererbande 338 Betrugsfälle nachgewiesen.

Vier junge Männer zwischen 17 und 22 Jahren aus Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sollen die Tickets mit Hilfe von illegalen Kreditkartenangaben sowie unter falscher Identität über eine Internetplattform verkauft haben. Insgesamt wurden der Viererbande 338 Betrugsfälle nachgewiesen. Die Deutsche Bahn beziffert den Schaden mit 58 000 Euro. Die Konten der Betrüger waren nach Angaben der Bundespolizei ebenfalls unter falschen Namen eingerichtet worden. Um die Herkunft zu verschleiern, nutzten die Täter die Identität eines Verstorbenen. Tickets mit einem realen Fahrpreis von durchschnittlich 140 Euro wurden in den meisten Fällen für 40 bis 50 Euro verkauft.

Auf die Spur der Bande sind die Beamten der Kasseler Bundespolizei gekommen, nachdem eine Frau mit einem dieser Tickets von München in Richtung Kassel unterwegs war. Nachdem der Betrug aufgeflogen war, wurde die bis dato ahnungslose Frau in Kassel aus dem Zug geholt und mit dem Fall konfrontiert.

Die erste Spur führte nach intensiver Internetrecherche zu einem 22-Jährigen aus Herrenberg (Landkreis Böblingen), sagte der Leiter der Bundespolizeiinspektion Kassel, Carsten Decker. Der 22-Jährige gilt als Kopf der Bande und ist der Polizei bereits wegen anderer Betrugsdelikte bekannt. Auch in diesen Fällen soll er mit illegal erworbenen Kreditkartenangaben Waren im Internet gekauft haben.

Ein zweiter Täter, ein 19-Jähriger aus Sinsheim (Rhein-Neckar-Kreis), besorgte die Abholung der ergaunerten Geldbeträge. Er wurde durch zivile Ermittler an einem Geldautomat auf frischer Tat festgenommen. Die Nummer drei, ein 22-Jähriger aus Menden im Sauerland war für die Beschaffung der Konten zuständig. Ein 17-Jähriger aus Herrenberg (Landkreis Böblingen) koordinierte den E-Mailverkehr mit den Kaufinteressenten und war für die Einstellung der Angebote bei der Mitfahrzentrale verantwortlich.

Auch gegen alle Nutzer der extrem verbilligten Fahrscheine wurden Strafverfahren eingeleitet. In diesen Fällen wird wegen Betrugs und des Verdachts der Geldwäsche ermittelt.

Die Bundespolizei empfehlen beim Erwerb von Online-Fahrkarten nur offizielle Portale der Deutschen Bahn AG zu nutzen.

Zeugenhinweise an die Bundespolizeiinspektion Kassel , Tel.. 0561/81616 - 0, bzw. über die kostenfreie Service-Nr. der Bundespolizei 0800 6 888 000, über Internet www.bundespolizei.de(abe)

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