Thripse können ein Gewitter ankündigen

Plötzlich sind sie überall: Woher Gewittertierchen kommen und wie man sie bekämpft

Gewitterwolken über einem Sonnenblumenfeld.
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Erst Rekordhitze, dann Gewitter - und mit dem Wetterumschwung kommen die Gewittertierchen (Symbolbild).

Gewittertierchen: Kurz vor einem Gewitter tauchen die kleinen, schwarzen Insekten plötzlich in Schwärmen auf. Warum eigentlich?

  • Wenn es warm wird, drohen Sommergewitter und somit auch Gewittertierchen.
  • Gewitter: Das Treffen zwischen Tier und Mensch scheint eher zufällig.
  • Die Insekten sind keine Flugkünstler, sondern brauchen die Hilfe der Natur.

Es ist schwül, in der Ferne donnert es – und plötzlich tauchen überall diese winzigen, schwarzen Insekten auf, die umgangssprachlich Gewittertierchen genannt werden. Was sind das für Tiere, warum nerven sie gerade bei Gewitter so sehr und wie wird man sie wieder los? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Definition: Was sind Gewittertierchen eigentlich?

In der Fachsprache werden die Insekten Thripse oder Fransenflügler genannt, da sie lange Haarfransen an den Flügeln haben. Auch wenn sie an kleine Fliegen erinnern: Laut dem Biologen und Wetteronline-Experten Dr. Manfred R. Ulitzka sind Gewittertierchen keine Flugkünstler. Aus eigener Kraft können sie sich kaum in der Luft halten.

Stattdessen nutzen sie Aufwinde, die von sommerlicher Thermik ausgelöst werden, um zu fliegen. Sobald die Temperaturen über 20 Grad liegen, steigen sie auf und fliegen in Luftschichten kilometerweit über dem Boden umher. Wenn sich dann ein Gewitter entwickelt, sinken sie herab und landen, so scheint es, besonders gern auf Menschen. Doch warum?

Warum tauchen Gewittertierchen bei Gewitter auf?

Die genauen Gründe dafür, dass die Insekten bei Gewitter herabsinken, sind noch unklar. Ulitzka erklärt gegenüber Wetteronline: „Als Auslöser dieses Verhaltens kommen nach bisherigen Erkenntnissen ausschließlich Änderungen der elektrischen Feldstärke in der Luft in Betracht.“ Diese wird von einem Gewitter verändert. 

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Normalerweise liegt sie bei etwa 100 bis 300 Volt/Meter, ein Gewitter kann sie auf bis zu 50.000 Volt/Meter ansteigen lassen. Durch diesen physikalischen Faktor werden die Tiere zur Landung gezwungen. Viele Insekten stellen spätestens bei einer Feldstärke von 8.000 Volt/Meter ihre Flugaktivitäten ein, so auch die Thripse: Sie legen ihre Flügel an und sinken ab.

Zieht es Gewittertierchen zum Menschen?

Zwar sind helle Farben, wie beispielsweise die von menschlicher Kleidung, für Insekten attraktiv, allerdings können Gewittertierchen ihre Flugbahn kaum bestimmen. Sie lassen sich vom Wind tragen und landen laut Ulitzka daher ganz zufällig auf dem Menschen.

Gewittertierchen loswerden: Was tun in der Wohnung?

Wenn Gewittertierchen durch das offene Fenster in die Wohnung gelangen und sich auf den Boden setzen, können sie einfach weggekehrt und in den Garten, beispielsweise auf den Kompost, gebracht werden. Anschließend sollte man die Flächen feucht abwischen.

Auch mit einem Mikrofasertuch oder mit Klebe- oder Kreppband kann man kleinere Mengen der Tiere aufnehmen. Sollten Sie sich für das Aufsaugen der Tiere entscheiden, vergessen Sie nicht, die Staubsaugertüte sofort zu entsorgen, damit sich die Tiere nicht weiter ausbreiten.

Gewittertierchen bekämpfen: Tipps für den Garten

Neben zahlreichen chemischen Mitteln gibt es auch weit weniger schädliche Hausmittel, um Zimmer-, Balkon- oder Gartenpflanzen von den Tieren zu befreien. Laut dem Magazin Gartendialog müssen Sie befallene Pflanzen dafür zunächst von anderen Pflanzen trennen, damit sich der Befall nicht ausbreitet. Schwer befallene Teile einer Pflanze entfernen und vernichten Sie am besten. Anschließend sollten Sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen, da Thripse eine trockene Umgebung bevorzugen.

Bei Gewitter sind sie plötzlich überall: Thripse sind kleine Insekten mit Haarfransen an den Flügeln.

Dafür besprühen Sie Pflanzen auf dem Balkon oder im Garten einfach zweimal am Tag mit Wasserzerstäubern. Achten Sie dabei aber auf die Tageszeit: In der Mittagshitze können Verbrennungen hervorgerufen werden. Sollten Ihre Pflanzen in geschlossenen Räumen stehen, wässern Sie sie und umwickeln sie anschließend mit durchsichtiger Folge.

Gewittertierchen auf der Haut: Wie werde ich sie los?

Die Insekten werden von hellen Farben angezogen, zum Beispiel von Weiß und Gelb, wie Ulitzka auf seiner Homepage aufführt. Um nicht zur Zielscheibe zu werden, sollte man daher eher dunkle, gedeckte Farben tragen. Angezogen werden sie zudem von Schweißgeruch. Manche Gewittertierchen dringen mit ihren Mundwerkzeugen in die Haut ein und können bei empfindlichen Menschen juckende Schwellungen ähnlich einem Mückenstich hervorrufen.

Gefährlich sind die Tiere aber nicht. Um sie loszuwerden, können Sie sie einfach abschütteln oder mit der Fusselrolle aufnehmen. Als Jogger ist es ratsam, bei Schwüle eine Schutzbrille zu tragen, damit die Tierchen einem nicht ins Auge fliegen.

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