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Kosten steigen, mehr Nutzer der Tiertafel: Kasseler Wau-Mau-Insel schlägt Alarm

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Von: Anna Weyh

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Hamster im Tierheim Wau-Mau-Insel
Hamster im Tierheim Wau-Mau-Insel. © Lothar Koch

Das Kasseler Tierheim Wau-Mau-Insel schlägt Alarm. Grund sind die steigenden Kosten in diesen Zeiten und die Vielzahl an Nutzern der Tiertafel.

Kassel – Steigende Energiepreise, erhöhter Mindestlohn und fortschreitende Inflation. Auch für das Kasseler Tierheim, die Wau-Mau-Insel, wird es an allen Ecken teurer. „So geht es nicht weiter“, sagt Tierheimleiter Karsten Plücker. Ab dem 22. November steigen auch die Tierarztkosten. „Uns treffen höhere Preise. Gleichzeitig bekommen wir mehr Abgabe-Tiere, viele sind medizinisch schlecht versorgt“, sagt er. Die Ausgaben für Impfung und Kastration kommen dann noch auf die Wau-Mau-Insel zu.

Insgesamt betragen die Kosten des Tierheims bislang etwa 1,1 Millionen Euro. Davon übernimmt 200 000 Euro die Stadt Kassel – dafür pflegt, versorgt und vermittelt die Wau-Mau-Insel Fundtiere aus dem Stadtgebiet. „Der Rest setzt sich aus Spenden und Erbschaften zusammen. Ein kleiner Betrag kommt noch aus den Vermittlungseinnahmen“, sagt Plücker. Nach den Preissteigerungen, die das Tierheim in Personal-, Futter- und Betriebskosten treffen, rechnet der Tierheimleiter für 2023 mit Gesamtkosten von bis zu 1,3 Millionen Euro.

Karsten Plücker Leiter des Tierheims
Karsten Plücker Leiter des Tierheims © Weyh, Anna-Laura

„Wir müssen mehr zahlen. Die Stadt Kassel soll die Preissteigerung auch anteilig mittragen“, sagt Plücker. Ein Stadtsprecher sagt dazu: „Inwieweit steigende Energiekosten sowie die neue Gebührenordnung für Tierärzte eine Anpassung der bisherigen Jahrespauschale erforderlich machen, wird bilateral zwischen den Vertragspartnern besprochen.“

Noch mehr als sonst ist das Tierheim durch die Preissteigerungen auf Spenden angewiesen. „Bisher beobachten wir zum Glück noch keinen spürbaren Einbruch an Spenden“, sagt Tierheimleiter Karsten Plücker. „Wir müssen abwarten, ob das so bleibt. Es wird für jeden teurer.“ Das zeige sich auch in der Tiertafel. Dort erhalten Tierhalterinnen und Tierhalter, die aufgrund ihrer finanziellen Situation nicht in der Lage sind, ihre Tiere ausreichend zu versorgen, Futter und Zubehör für sie. „Seit dem Frühjahr hat sich die Zahl unserer Teilnehmer mehr als verdoppelt“, sagt Plücker. Insgesamt kommen rund 150 Menschen regelmäßig zur Tiertafel, darunter seien auch 60 Ukrainerinnen und Ukrainer. (Anna Weyh)

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