Leiter Karsten Plücker: Für die Tierarztkosten reicht es bei vielen Leuten nicht mehr

Zur OP ins Tierheim Wau-Mau-Insel

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Tierheimleiter Karsten Plücker mit einem seiner Schützlinge: Die französische Bulldogge „Frankie von Badbull“ muss dringend an den Knien operiert werden.

Kassel. Die Ferienzeit beschert den Tierheimen jedes Jahr übervolle Zwinger und Käfige. Auch in der Kasseler Wau-Mau-Insel nehmen die Mitarbeiter derzeit wieder vermehrt Vierbeiner auf, die von ihren Besitzern abgegeben oder aber ausgesetzt wurden.

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Darunter sind besonders viele Kleintiere wie Meerschweinchen, Hamster oder Kaninchen, aber auch etliche Katzen, sagt Tierheimleiter Karsten Plücker. „Die Leute trennen sich eben von Tieren, die nur wenig gekostet haben, eher. Hunde hingegen haben wir momentan nicht mehr als sonst auch.“ Die Vermittlungsquote sei zudem im Sommer weitaus geringer. „Die Leute, die ein neues Tier suchen, kommen in der Regel erst nach den Ferien“, sagt der Leiter.

Rund 100 Hunde, 75 Katzen und 80 Kleintiere leben zurzeit in der Wau-Mau-Insel. Eigentlich sei das Heim damit voll. „Das liegt auch daran, dass wir momentan viele Tiere getrennt voneinander unterbringen müssen, weil sie krank oder verletzt sind“, sagt Karsten Plücker. Denn der Trend, dass immer mehr alte und kranke Vierbeiner, darunter viele Hunde, im Heim landen, halte an. „Das ist schon bedrückend. Die Leute geben oft viel Geld aus, wenn sie sich einen Hund anschaffen, aber für die Tierarztkosten reicht es dann nicht mehr. Wir bekommen kaum noch Tiere, die gesund sind“, sagt Plücker.

So wie Basti. Der Besitzer hatte den neunjährigen Mischling mit einer schlimmen Ohrverletzung an einen Baum gebunden und seinem Schicksal überlassen. Mittlerweile wurde Basti operiert. „Der Besitzer ist bekannt, wir haben gegen ihn Anzeige erstattet. Das Ohr war schon fast verfault, der Hund muss sehr gelitten haben. Auch unterlassene Hilfe ist Tierquälerei, und die wird bestraft“, verweist Karsten Plücker auf das Tierschutzgesetz.

Demnächst stehen noch einigen Hunden und Katzen teure Behandlungen und Operationen bevor, und damit kommen auf das Tierheim weitere finanzielle Belastungen zu. Allein im Juni, erzählt der Leiter, lagen die Tierarztkosten bei 22 000 Euro.

So sind die Tierschützer weiter auf Spenden angewiesen, um die Versorgung ihrer Schützlinge gewährleisten zu können. (rax)

Weitere Informationen unter www.wau-mau-insel.de

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