Veranstalter gegen Vorschriften

„Regelungswut“: Ärger um neue Vorgaben für Osterfeuer

Kassel. Ärger um die Osterfeuer in Stadt und Landkreis Kassel: Eine Richtlinie des Landes, die auch Empfehlungen für die Vorbereitung und den Ablauf der rund 25 Osterfeuer in der Region gibt, stößt bei vielen Veranstaltern auf Unverständnis.

Von „Regelungswut“ ist die Rede. Man bekomme „Knüppel zwischen die Beine“ geworfen.

Konkret: Viele Osterfeuer-Veranstalter kritisieren die Vorgabe, dass das Holz erst am Tag des Abbrennens und dann nur maximal zwei Meter hoch aufgeschichtet werden darf. Tiere, die sich verstecken könnten, sollen so geschützt werden. Laut Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises Kassel, habe die Richtlinie Gesetzes-Charakter.

Wikipedia-Eintrag zum Thema Osterfeuer

„Seit Wochen freuen sich die Kinder auf diesen Abend mit einem großen Feuer“, sagte Wehrführer Philipp Lichtensteiger von der Freiwilligen Feuerwehr Schauenburg, die das örtliche Osterfeuer veranstaltet. Im Ortsteil Hoof wird das Holz fünf Meter aufgeschichtet: „Das hat bei uns immer alles gefahrlos funktioniert.“ Man brauche keine Hilfe des Landes.

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Zielscheibe der Kritiker ist Hessens neue Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Zwar wurde die „Orientierungshilfe zur Anzeige, Durchführung und Gefahrenabwehr von Brauchtumsfeuern“ im Dezember 2012 noch von der alten schwarz-gelben Landesregierung herausgegeben. Doch den Unmut bekommt nun die grüne Umweltpolitikerin ab. Der Grund: Sie verteidigt die Orientierungshilfe und weist Kritik zurück. Dies führte dazu, dass in Osthessen mehrere Traditionsfeuer aus Protest abgesagt wurden.

Das Thema beschäftigt nun auch die Politik. Der FDP-Kreistagsabgeordnete Lasse Becker aus Vellmar fordert: Weg mit der Richtlinie. Bei der Kasseler Berufsfeuerwehr hält man sie dagegen für sinnvoll. Es müsse sichergestellt werden, dass die Feuer nicht außer Kontrolle geraten.

Von Peter Ketteritzsch und Tina Hartung

In der gedruckten Ausgabe am Mittwoch lesen Sie außerdem: "Richtlinie schreibt vor, was bei Osterfeuern erlaubt ist und was nicht".

Rubriklistenbild: © dpa

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