Andreas Eller wandert für Tierheime

Von Oberstdorf nach Sylt: Mit Hündin auf Spendentour für Tierheime

Laufen durch Deutschland: Andreas Eller und Hündin Tinka. Unser Foto zeigt die beiden vor einem Schiff der Flussreederei Söllner, die den Wanderern Obdach auf einem ihrer Schiffe gab. Foto: Bergholter

Kassel. Von der Schlagd bis zum Hotel „Roter Kater“ sind es gut acht Kilometer. Zu viel, um das Tagesziel an diesem Abend zu Fuß zu erreichen. Denn Andreas Eller hat an diesem Tag bereits über 30 Kilometer in den Beinen. Ein Fremder drückt ihm 50 Euro für ein Hotelzimmer in die Hand, doch alle Herbergen in Kassel sind ausgebucht.

Karola Söllner, die Schifffahrten auf der Fulda anbietet, gesellt sich dazu und gibt Eller den Schlüssel zu einem der Schiffe. Heute darf er an Bord übernachten.

Ungläubig schüttelt der 45-Jährige den Kopf: „So etwas habe ich noch nicht erlebt.“ Und dabei hat er schon eine ganze Menge erlebt in den vergangenen Wochen. Mit Mischlingshündin Tinka durchläuft er die Republik vom südlichsten bis zum nördlichsten Punkt des Landes. Am 26. August starteten die beiden in Oberstdorf, am 21. Oktober wollen sie in List auf Sylt sein.

Die Strecke ist 1300 Kilometer lang. „Erfahrungsgemäß läuft man aber mehr“, gibt Eller zu bedenken, der mit 1400 bis 1500 Kilometer Wegstrecke rechnet. Etwas mehr als die Hälfte des Weges hat er nun bewältigt und wird inzwischen erkannt. Er ist der Mann mit dem Hund und dem Handwagen. „Ich ziehe meine Sachen lieber, als dass ich sie trage“, sagt Eller und genießt den Wiedererkennungseffekt. Stets an seiner Seite die eineinhalbjährige Mischlingshündin Tinka, die Eller einst vor einem ungewissen Schicksal als Straßenhündin auf Rhodos bewahrte und mitnahm. Um anderen Hunden ein ähnliches Leben zu ermöglichen, verbinden Eller und Tinka ihre Wanderung mit einem guten Zweck: „Tinka läuft für Straßenhunde“, verrät ein Schild am Heck des Wagens.

Radio HNA: Interview mit Andreas Eller

Mit dieser Aktion bittet Eller um Spenden für seriöse Tierschutzorganisationen. „Tinka läuft den ganzen Tag mit mir. Selbst wenn ich sie auf den Wagen setze, springt sie wieder herunter. Nur abends ist sie dann hundemüde“, sagt Eller. Das gilt auch für ihn nach einer Tagesetappe, die im Schnitt 30 Kilometer lang ist. „Man braucht seine Ruhetage. Die langen Etappen hinterlassen ihre Spuren, die Füße schmerzen bisweilen“, so der Läufer. Gelaufen ist er auch schon vorher, etwa durch Kanada. „Je langsamer man ist, desto mehr sieht man von der Gegend.“ Aus seinen Erlebnissen erstellt der gelernte Architekt Vorträge, mit denen er dann erneut auf Reisen geht und versucht, sich seine nächsten Abenteuer zu finanzieren. Und das Erlebnis in Kassel wird ganz sicher in seinem Vortrag Erwähnung finden, verspricht er.

Von Peer Bergholter

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