1. Startseite
  2. Kassel

Kriminalhauptkommissarin über Cyberkriminalität: 7 Tipps für mehr Sicherheit im Netz

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Alina Andraczek

Kommentare

Hand auf einer Tastatur
Vorsicht beim Surfen: Obwohl zum Beispiel sichere Passwörter selbstverständlich erscheinen, nutzen viele noch simple Zahlenfolgen. © Fabian Sommer/dpa

Seit 2004 findet im Februar der Safer Internet Day für mehr Sicherheit im Netz statt. Auch das Polizeipräsidium Nordhessen gibt Tipps.

Denn Internetkriminalität und Betrugsmaschen, mit denen sensible Daten wie Kontoinformationen erschlichen werden, stellen eine wachsende Gefahr dar. Mit diesen Tipps können Internetnutzer sich besser schützen.

1. Aktuelle Software: „Wenn wir über IT-Sicherheit sprechen, ist jeder Schritt ein Puzzleteil“, sagt Kriminalhauptkommissarin Aniane Emde, „wo jedes Einzelstück mehr Sicherheit bringt oder, wenn es fehlt, ein Sicherheitsrisiko darstellt“. Die Basis dafür sei der Schutz der Geräte: Betriebssysteme und Programme sollten regelmäßig aktualisiert werden.

Aniane Emde
Aniane Emde, Kriminalhauptkommissarin © Privat

2. Virenschutz: Emde rät, genau wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), zu einem Antivirenprogramm auf allen internetfähigen Geräten. Auch hier handelt es sich jedoch nur um ein Puzzleteil, das noch keinen vollständigen Schutz garantiert.

3. Benutzerkonten: Gelangt doch ein Schadprogramm auf das Gerät, hat dieses die gleichen Rechte wie das Benutzerkonto, über das es auf dorthin gelangt ist. Wo möglich, sollten Nutzer daher ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten anlegen und „nicht mit Administratorenrechten surfen“, sagt Emde.

4. Sichere Passwörter: Dass ein sicheres Passwort unerlässlich ist, klingt selbstverständlich. Trotzdem ist das beliebteste Passwort der Deutschen seit Jahren „123456“. „Das ist mit guter Rechnerleistung im Bruchteil einer Sekunde zu knacken“, warnt Emde. Ein sicheres Passwort sollte mindestens acht, besser mehr und möglichst unterschiedliche Zeichen enthalten. Außerdem: Passwörter nie mehrfach nutzen. Beim Überblick hilft ein sogenannter Passwortmanager, der als App und Browser-Add-On installiert und zur Verwaltung von Passwörtern genutzt werden kann.

5. Passwörter verändern: „Es kommt zunehmend vor, dass es Angriffe auf Unternehmen, Kommunen und Institutionen gibt“, sagt Kriminalhauptkommissarin Emde. Dabei würden Kundendaten gestohlen und genutzt, um ein Lösegeld zu erpressen. „Im Zweifelsfall drohen die Täter, Kundendaten im Internet zu veröffentlichen.“ Ob die eigene Mailadresse oder Handynummer Ziel eines solchen Angriffs geworden ist, kann man auf der Seite haveibeenpwned.com überprüfen. Doch auch sonst sollten Passwörter regelmäßig aktualisiert werden.

6. Vorsicht bei Mails: Sogenannte Phishing-Mails haben sich weiterentwickelt, sagt Emde. Die Mails von Betrügern können zum Beispiel dem genauen Layout der eigenen Bank entsprechen und eine personalisierte Ansprache enthalten. Teilweise, so Emde, sei ein „Kundenberater“ involviert, der die Kunden zusätzlich anruft. Bei der Weitergabe persönlicher Daten ist daher Vorsicht angebracht.

7. Anonymität im Netz: Wem neben dem Datenschutz auch Anonymität im Netz wichtig ist, empfiehlt Aniane Emde, einen VPN oder gar den Tor-Browser zu nutzen. Beide verschlüsseln die IP-Adresse, sodass besuchte Websites keine Informationen speichern können.

Auch interessant

Kommentare