Tipps zum richtigen Heizen mit Kaminen und Holzöfen

Wärmendes Feuer im Kaminofen: Damit die Holzscheite sauber brennen, gibt es einiges zu beachten. Foto: dpa

Kassel. Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Und in vielen Kaminen und Holzöfen beginnen die Flammen wieder zu lodern. Doch wie heizt man richtig? Harald Stehl, technischer Innungswart der Schornsteinfeger-Innung Kassel, erklärt, worauf man achten sollte.

Brennstoff: Grundsätzlich rät er, nur zugelassene Brennstoffe, etwa naturbelassenes Holz, Holzpresslinge oder -briketts zu verwenden. Holz sollte trocken sein, das heißt einen Wassergehalt (Holzfeuchte) unter 20 Prozent haben. Das kann man mit speziellen Geräten, die etwa in Baumärkten erhältlich sind, selbst messen oder vom Schornsteinfeger messen lassen.

Anzünden: Angezündet wird das Holz von oben. Der Vorteil: Holz gast zunächst aus und setzt Schwebe- und Schadstoffe frei. „Durch das Anzünden von oben werden diese direkt verbrannt“, erklärt Stehl. Zum Anzünden empfiehlt er, zunächst Holzspäne auf das Holz zu legen und diese mit Zündhilfen wie Holzfaserbriketts, paraffingetränkter Holzwolle oder klassisch mit Tannenzapfen zu entzünden. Durch diese Technik erreiche man schnell eine optimale Verbrennung. Allerdings sei das Anzünden von oben nicht bei allen Öfen möglich.

Heizwert: Zum Anzünden eignet sich gut Tannen- und Fichtenholz, Eiche erzeugt eine nachhaltige Glut, und Buchenholz, das in der Region am häufigsten genutzt wird, hat laut Stehl den höchsten Heizwert. Zudem sollte Holz grundsätzlich in Scheite aufgespalten sein. Optimal ist eine Länge von etwa 25 Zentimetern und ein Durchmesser von sieben Zentimetern.

Brennstoffmenge: Wichtig: Man sollte nie mehr als die vom Hersteller der Feuerstätte angegebene Brennstoffmenge auflegen. „In der Regel sind das etwa zwei bis 2,5 Kilogramm“, sagt Stehl. Vorsicht ist bei Holzpresslingen und -briketts geboten. Die haben oft eine unterschiedliche Heizlast: „Hier muss man die Herstellerangaben beachten“, betont der Fachmann. Nachlegen sollte man erst, wenn die Grundglut erreicht ist.

Saubere Verbrennung: Und woran erkennt man, dass der Brennstoff sauber verbrennt? „An einer feinen, weißen Asche, einer klaren Scheibe des Kamins oder Ofens und an weißem oder unsichtbarem Rauch aus dem Kamin auf dem Dach“, erklärt der Innungswart. Um eine saubere Verbrennung zu unterstützen, sollte man die Hauptluftzufuhr erst in der Glutphase schließen, wenn sich keine langen Flammen mehr bilden.

Reinigung: Auch die Reinigung ist wichtig: „Aschekasten und Rost müssen täglich, der Rest mindestens einmal im Jahr gesäubert werden“, sagt Stehl.

Beratung: Ansprechpartner für Fragen rund um das richtige Heizen ist der Schornsteinfeger. „Beratungs- und Informationsgespräche sowie Info-Broschüren sind kostenfrei“, sagt Stehl. Grundsätzlich muss sich jeder Inhaber einer Feuerstätte per Gesetz bis zum 31. Dezember 2014 einmal vom Schornsteinfeger über den richtigen Umgang mit Feuerstätten beraten lassen.

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