Projekt „Stromsparcheck plus“ startet für einkommensschwache Haushalte

Tipps zu Strom- und Wasserverbrauch: So kann man Energie und Geld sparen

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Stromfresser aus: Wenn sie nicht benutzt werden, können Eletrogeräte wie Computer, Stereoanlagen oder Fernseher mit einer abschaltbaren Steckerleiste vom Netz getrennt werden.

Kassel. Wenn die erste unbezahlte Stromrechnung aufläuft, beginnt für Menschen mit einem geringen Einkommen oft ein unglücklicher Kreislauf, der nicht selten mit einer Stromsperre endet.

Um solche Notlagen zu verhindern, um die Haushaltskassen sozial Schwächerer zu entlasten und dabei auch etwas für die Umwelt zu tun, läuft derzeit in Kassel das Projekt „Stromsparcheck plus“ an. Stromsparhelfer sollen dabei bis Ende 2015 rund 500 Haushalte beraten und auch ganz praktisch Hilfe leisten.

So werden die Stromspar-Teams auch mit kostenfreien Energie- und Wassersparartikeln im Wert von jeweils 70 Euro Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Das können Energiesparlampen, Durchflussbegrenzer an Wasserhähnen oder in Toilettenspülungen oder auch Zeitschaltuhren sein. Erfahrungen mit einem Projekt im Landkreis hätten gezeigt, dass sich mit diesen Hilfsmitteln und nützlichen Tipps zum Energiesparen durchschnittlich 140 Euro oder 350 Kilowattstunden Strom einsparen lassen, erläutert Manfred Schaub von der Energiesparagentur Energie 2000.

Städtische-Werke-Vorstand Stefan Welsch hält auch den Umwelteffekt vor Augen: Gerechnet auf die Lebensdauer der eingebauten Energiesparartikel könnten bei jedem Stromcheck pro Haushalt rund zwei Tonnen (etwa so viel wie das Gewicht von zwei Pkw) CO2-Ausstoß vermieden werden.

Informationen und Kontakt:

Umwelthaus, Wilhelmsstraße 2, Tel. 7 39 99 28,

www.stromsparcheck-kassel.de

Auch aus Gründen des Klimaschutzes unterstütze die Stadt dieses Projekt, das ja auch eine wichtige soziale Komponente habe, sagte Stadtbaurat Christof Nolda am Mittwoch während eines Pressegesprächs im Umwelthaus an der Wilhelmsstraße. Außerdem engagieren sich der BUND, die Städtischen Werke, der Caritas-Verband Nordhessen-Kassel sowie Energie 2000. Dass sich für dieses Projekt, das es bereits in mehr als 140 Städten und Gemeinden gibt und das vom Bundesumweltministerium gefördert wird, in Kassel so viele Beteiligte zusammengefunden haben, sei außergewöhnlich, sagte Jann Hellmuth vom BUND.

Schon beim ersten Besuch geben die Stromsparberater Tipps und nehmen sämtliche Strom- und Wasserverbräuche auf, erläutert Stromsparberater Uwe Erbroth. Auch aus den Angaben des Verbrauchsverhaltens würden Einsparpotenziale errechnet. Angst vor Kontrollen müssten Interessenten einkommensschwacher Haushalte aber nicht haben, betont Schaub. Das Projekt sei lediglich ein Beratungs- und Hilfsangebot.

Den Stromsparcheck können Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld oder Kinderzuschlag sowie Personen, deren Einkommen unter der Pfändungsgrenze von 1049 Euro liegt, in Anspruch nehmen. Weitere Interessenten für die Mitarbeit als Stromsparhelfer werden noch gesucht.

Hintergrund

Diese Geräte sind Stromfresser

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die dazu beitragen können, deutlich Energie zu sparen und dabei Haushaltskasse und Umwelt zu entlasten:

• Kühlgeräte sind oft die größten Stromfresser im Haushalt, deshalb macht es vor allem bei älteren Geräten Sinn, den Stromverbrauch zu ermitteln und die Geräte eventuell zu ersetzen. Dabei auf energiesparende Geräte mit dem Label (A+++) achten.

• Mitunter hilft es schon, die Gummidichtungen des Kühlgerätes zu erneuern. Die optimale Kühlschranktemperatur beträgt 7 Grad, die des Gefrierschranks minus 18 Grad.

• Wärmeverluste in Wohnungen lassen sich oft durch das Einstellen der Fenster sowie zusätzliche Dichtungen vermeiden.

• Durchlaufbegrenzer helfen beim Wassersparen. Ein Sparbrausenkopf zum Beispiel senkt den Verbrauch beim Duschen von etwa 12 auf 7 bis 8 Liter.

• Abschaltbare Steckerleisten helfen beim Stromsparen. Spielkonsolen, Fernseher, Videogeräte und Hifi-Anlagen verbrauchen auch im Standby-Zustand noch ordentlich.

• Messgeräte (ausleihbar z.B. bei den Städtischen Werken) helfen, heimliche Energiefresser zu finden.

Häufig sind dies auch ältere Warmwasserboiler, die man mit einer Zeitschaltuhr nachts abschalten kann.

Von Martina Heise-Thonicke

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