Hochzeit als Event

Tipps von der Hochzeitsplanerin: Darauf kommt es am wichtigsten Tag im Leben an

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Expertin in Sachen Hochzeitsplanung: Sabine Blaschek.

Kassel. Hochzeitsplanerin Sabine Blaschek erzählt, worauf es ankommt – zum Beispiel auf die richtige Location, wie es heute heißt. Gemeint ist damit der Ort der Hochzeitsfeier.

Fernsehsendungen über Hochzeitsplanungen haben ebenso Konjunktur wie Hochzeitsmessen – wie jene am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 18 Uhr in der documenta-Halle. Dabei ist auch Hochzeitsplanerin Sabine Blaschek von der Agentur Emotions in Lohfelden.

Frau Blaschek, wer in diesem Jahr heiratet und sich auf der Hochzeitsmesse am Wochenende erstmals mit der Planung beschäftigt: Muss der zwangsläufig in Panik verfallen?

Blaschek: Jein. Mittlerweile fängt die Planung schon viel, viel früher an als noch vor ein paar Jahren. Ich selbst zum Beispiel habe vor 18 Jahren geheiratet. Den Antrag gab es im September, im Mai haben wir dann geheiratet. Heute würde das schon deshalb kaum mehr möglich sein, weil Sie dann kaum mehr eine Location bekommen. Die beliebten und angesagten Locations haben für dieses Jahr kaum mehr etwas frei – zumindest nicht an Freitagen und Samstagen zwischen Mai und September.

Mit der Location steht und fällt die Hochzeit. Also sollte mit der Suche nach ihr die Planung begonnen werden?

Blaschek:Dazu rate ich, wobei viele Bräute mit dem Kleid beginnen. Die sind dann so aufgeregt, weil sie endlich loslegen können, sich ihren Traum zu erfüllen. Aber sinnvoller ist es, sich mehrere Optionen für Locations herauszusuchen und zu gucken, was ins Preisgefüge passt. Es hängt ja fast alles andere von der Location ab.

Aber die Bräute sagen doch immer, sie seien das Wichtigste auf der Hochzeit.

Blaschek: Das stimmt. Das Gefühl gebe ich ihnen auch – und eigentlich ist es auch so. Aber die schönste Braut hat nichts davon, wenn es keine Location gibt. Natürlich ist kurzfristig immer noch etwas möglich; ich habe auch schon Hochzeiten innerhalb von drei Monaten organisiert. Aber das Brautpaar ist dann eingeschränkter – erst recht, wenn das Budget begrenzt ist.

Jetzt hat das Brautpaar eine Location gefunden. Wie sollte es dann weitergehen?

Blaschek: Dann muss das Brautpaar schauen, in welcher Form es heiraten möchte: kirchlich, standesamtlich, möchte es eine freie Trauung? Welchen DJ möchte es? Oder welche Band soll spielen? Dann geht es mittlerweile auch um Farbkonzepte und Mottohochzeiten. Heutzutage ist eine Hochzeit nämlich ein Event. Ich habe noch in einem Dorfgemeinschaftshaus geheiratet – mit ein bisschen Blumendeko, und einem Alleinunterhalter. Das ist heute nicht mehr.

Wie ist es heute?

Blaschek: Da schaut das Brautpaar, welche Künstler engagiert werden können, die Gäste unterhalten und dafür sorgen, dass keine Langeweile entsteht. Von spielelastigen Hochzeiten ist man ja überwiegend abgekommen. Heute gilt es, Höhepunkte auszuarbeiten – wie das Engagement eines Karikaturisten oder eines Pyrotechnikers. Das Ganze muss schließlich ins Konzept eingebunden werden.

Und alles findet dann an einem Sommertag statt?

Blaschek:Das muss nicht sein, wobei Winterhochzeiten bei uns noch nicht sonderlich populär sind. Das kann sich aber ändern, weil es erstens im Sommer mittlerweile auch keine Schönwettergarantie mehr gibt und man zweitens im Winter auch viel machen kann. Da sind in der Regel die meisten Locations kurzfristig verfügbar, und man hat noch wesentlich mehr Auswahl an guten Dienstleistern. Oft kann man hier Preisnachlässe erzielen.

Jetzt interessiert natürlich auch, welche Pannen passieren.

Blaschek:Es passiert definitiv auf jeder Hochzeit immer irgendetwas, was nicht passieren sollte. Die Kunst ist es, dass es keiner merkt. Dafür bin ich dann als Hochzeitsplanerin da.

Und welche Pannen haben Sie schon heimlich, still und leise behoben?

Blaschek:Ich hatte mal eine Hochzeitstorte, auf der die falschen Namen draufstanden – oder Tischkarten mit falschen Namen. Ich hatte auch schon den Fall, dass das Brautkleid gerissen ist und dass der Brautstrauß nicht geliefert wurde. Einmal ist der Strom ausgefallen. Da gilt es dann zu improvisieren. Damals habe ich 250 Teelichter aus dem Kofferraum geholt und den Saal und die Toilettenanlage beleuchtet. Einmal ist auch der Fotograf nicht gekommen – und das an einem Samstag mitten in der Hochzeitssaison. Da musste mein Mann mit der Kamera anrücken, und ich habe ihn angeleitet.

Welche Tipps geben Sie denn eigentlich für den Tag der Hochzeit selbst?

Blaschek: Wenn kein Hochzeitsplaner vor Ort ist, muss jemand anders bestimmt werden, der alle Fragen an diesem Tag beantwortet; sonst ist das Hochzeitspaar für jede Kleinigkeit Ansprechpartner. Und das bedeutet Stress. Ansonsten gibt es nicht den ultimativen Tipp, weil jede Hochzeit anders ist.

Gibt es eigentlich noch den klassischen Junggesellenabschied?

Blaschek:Es gibt ihn noch, aber in der Regel nicht in der Form, dass Frauen Kondome aus einem Bauchladen an den Mann bringen müssen. Das hat auch damit zu tun, dass die Brautpaare immer älter werden. Das sind gestandene Menschen, die in der Mitte ihres Lebens stehen und kein Interesse haben, Scherzartikel zu verkaufen. Sie fahren lieber mit Freundinnen in eine andere Stadt und machen sich ein schönes Wochenende. Das heißt aber nicht, dass sie es nicht mehr krachen lassen.

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