Todkranker Häftling stirbt doch in Freiheit

Kassel. Der an Krebs im Endstadium erkrankte Häftling, der bis kurz vor seinem Tod in der Kasseler Justizvollzugsanstalt einsaß, starb nun doch in Freiheit in einem Hospiz.

Wie die HNA berichtet hatte, saß der 75-Jährige wegen mehrerer bewaffneter Banküberfälle über 35 Jahre in Haft. Sein Anwalt Rupert von Plottnitz, ehemaliger hessischer Justizminister, hatte monatelang versucht, seinem todkranken Mandanten durch Haftunterbrechung zur Freiheit zu verhelfen. Dies war Plottnitz am 16. Februar gelungen.

Zehn Tage in Freiheit

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft seine Anträge abgelehnt. Obwohl sein Mandant im Kasseler Gefängniskrankenhaus ans Bett gefesselt war, was durch einen Gefängnisarzt bestätigt wurde, hatte die Staatsanwaltschaft Sicherheitsbedenken geäußert.

Erst nachdem die Staatsanwaltschaft ein eigenes Gutachten zur Gefährlichkeit des Gefangenen anfertigen lassen hatte, folgte dessen Freilassung. Nach zehn Tagen in Freiheit verstarb der 75-Jährige, wie jetzt bekannt wurde, in einem Wiesbadener Hospiz.

Plottnitz warf der zuständigen Staatsanwaltschaft in Frankfurt vor, die Freilassung verschleppt zu haben. Kurz vor dem Tod kam es für den 75-Jährigen zu einem Wiedersehen mit seiner Frau. Weil auch diese zu krank war, um von Wiesbaden nach Nordhessen zu fahren, hatte ihn seine Frau drei Jahre lang nicht gesehen. (dpa/ bal)

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