Unterwegs vor Schloss Wilhelmshöhe mit Parkaufsicht Frank Gebauer

„Toll, dass ihr Hund angeleint ist“

Vorbildlich: Boxerrüde Jackson ist beim Spaziergang im Bergpark angeleint. Parkaufsicht Frank Gebauer (links) fand lobende Worte für die Hundebesitzer.
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Vorbildlich: Boxerrüde Jackson ist beim Spaziergang im Bergpark angeleint. Parkaufsicht Frank Gebauer (links) fand lobende Worte für die Hundebesitzer Sascha und Heike Wolfes.

Es liegt bestimmt nicht nur daran, dass der Mann 1,90 Meter groß ist, eine recht tiefe Stimme und eine kräftige Statur hat. Denn wenn Frank Gebauer im Bergpark die Menschen anspricht, dann begegnen die ihm in aller Regel höflich und mit Respekt.

Kassel - So wie es der 54-Jährige auch macht. Frank Gebauer ist als Parkaufsicht unterwegs und soll als solche wahrgenommen werden.

Deshalb steht das auch gut lesbar auf seiner Weste.

Nach mehreren Zwischenfällen und Beschwerden hat die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) als Hausherr dafür gesorgt, dass seit einigen Wochen häufiger im Bergpark kontrolliert wird. Auch in der Karlsaue und rund um Schloss Wilhelmsthal sind Aufsichten der Firma Protex zuletzt im Einsatz gewesen.

Ein Auslöser dafür war ein Zwischenfall, bei dem ein Schwan vermutlich von einem frei laufenden Hund so schwer verletzt wurde, dass er starb. Auch Beschwerden über rücksichtslose Radfahrer hatten sich gehäuft.

Probleme gebe es nach wie vor, sagt Frank Gebauer. Er führt eine Strichliste. Auf etwa 50 Bergparkbesucher, die ihr Rad auf den Wegen regelkonform schieben, kommt demnach einer, der sich nicht an die Vorgaben hält. Als er noch genauer erläutern will, was er dann macht, fährt ein Jugendlicher auf einem Mountainbike in flottem Tempo vorbei. Auf die deutliche, aber immer noch freundliche Ansprache reagiert er nicht. „Der hat wahrscheinlich Stöpsel im Ohr“, sagt Gebauer. Wenn er den Jugendlichen früher gesehen hätte, wäre er einen Schritt auf ihn zugegangen und hätte sich mit den Armen bemerkbar gemacht. „Viele sagen, sie hätten nicht gewusst, dass hier das Radfahren verboten ist“, sagt er. In der Regel bleibt es bei einer Ermahnung. Nur in ganz gravierenden Fällen wird die Polizei verständigt.

Frank Gebauer hat jetzt ein junges Paar mit einem großen Boxer im Blick. „Toll, dass ihr Hund angeleint ist“, sagt er. Solche Ansprachen gehören zu seinen Aufgaben. Das sollen die Parkbesucher mitbekommen. Damit es sich weiter herumspricht und noch mehr Menschen die Leinenpflicht bewusst wird. Bei dem Boxerrüden Jackson ist das selbstverständlich. Findet zumindest sein Herrchen Sascha Wolfes. „Das ist so ein toller Park hier, da muss man doch Rücksicht nehmen“, sagt der frisch gebackene Ehemann aus dem Rheinland. Zusammen mit seiner Frau Heike ist er auf Hochzeitsreise in Kassel. Das war ursprünglich anders geplant, aber wegen der Überflutungen im Westen des Landes mussten die beiden umdisponieren. Mit dem Schlosshotel als Quartier und dem Bergpark vor der Tür sind sie mehr als zufrieden und haben bereits verlängert. Die Leinenpflicht im Park sei absolut nachvollziehbar und berechtigt, sagen die beiden.

Das sehen nicht alle so. Frank Gebauer berichtet von einer Hundehalterin, die ihren Vierbeiner nicht unter Kontrolle hatte. Der habe eine Joggerin attackiert. Und die Hundehalterin? Die habe der Joggerin vorgeworfen, ihren Hund provoziert zu haben.

Doch ähnlich wie bei den Radfahrern seien solche Regelverstöße die Ausnahme. Damit das auch so bleibt und vielleicht noch besser wird, setzt die MHK weiter auf Parkaufsichten. Und darauf, dass es sich herumspricht, was im Bergpark erlaubt ist und was nicht. Ist ja eigentlich nicht so schwierig. (Thomas Siemon)

Nur noch zwei übrig: Einer von zunächst vier Jungschwänen im Bergpark wurde durch Hundebisse getötet, einer ist verschwunden.

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