Wintereinsatz auch an Sporthallen

40 Tonnen auf Stadiondach: Dachdecker räumten Schnee von Haupttribüne

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Einsatz 20 Meter über dem Erdboden: Dragan Domakusch (links) und Steffen Eberlein befreiten gestern das Dach der Haupttribüne von Eis und Schnee.

Kassel. Für schwindelfreie Menschen ist es nur Schneeschippen mit besonders schöner Aussicht. Für alle anderen ist der Ausflug auf das Dach der neuen Haupttribüne des Auestadions ein winterliches Abenteuer.

20 Meter über dem Erdboden sorgen die Dachdecker Rainer Riss, Steffen Eberlein und Dragan Domakusch gestern dafür, dass das Tribünendach von einer schweren Last befreit wird. „40 Tonnen Schnee und Eis holen wir hier runter“, sagt Vorabreiter Rainer Riss. Auf dem rutschigen. Untergrund müsse man schon aufpassen, aber ansonsten sei das Schneeschippen auf dem Stadiondach Routine.

Die Dachdecker arbeiten im Auftrag der Stadt Kassel. „Wir lassen in diesen Tagen zahlreiche Flachdächer räumen“, sagt Norbert Schreck vom Hochbauamt. Direkt neben dem Auestadion wird das Dach der Großsporthalle am Auepark von der Last befreit. Von der Sporthalle am Königstor über die Emil-Junghenn-Halle (Wesertor), die Halle an der Gabelsbergstraße (Vorderer Westen), der Sporthalle Waldau bis zur neuen Dreifelderhalle am Wilhelmsgymnasium (Bad Wilhelmshöhe) sind überall Dachdecker als Schneeräumer im Einsatz.

Es gibt Richtlinien dafür, wieviel Schnee auf einem Dach zulässig ist. Bei Pulverschnee dürfen es 68 Zentimeter sein, bei etwas feuchterem Schnee nur noch 23 Zentimeter und bei richtig festem Eisschnee nur noch 8,5 Zentimeter. Nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall vor fünf Jahren sind alle Verantwortlichen noch vorsichtiger geworden.

Das macht sich bei den Aufträgen bemerkbar. „Wir machen eigentlich nichts anderes mehr als Schnee von Dächern zu räumen“, sagt Susanne Bode, die mit ihrem Mann Frank eine Dachdeckerfirma in Vellmar leitet. Auch für Aldi und Lidl mit ihren großen Flachbauten seien die fünf Mitarbeiter schon im Einsatz gewesen. Es sei außergewöhnlich, dass schon so früh im Winter so viel Schnee falle. „Normalerweise ist bei uns zwischen den Jahren kaum etwas los“, sagt Susanne Bode.

Bei der Kasseler Berufsfeuerwehr hat es wegen der belasteten Dächer bereit einige Anfragen gegeben. „Wir beraten gern, aber verantwortlich sind die Eigentümer“, sagt Einsatzleiter Thomas Fleck. Wenn Dächer nachträglich zum Beispiel mit Solarzellen bestückt worden seien, dann beeinflusse das die Tragfähigkeit. In der Regel sei das kein Problem, bei großen Schneelasten müsse man aber vorsichtig sein.

Für die nagelneue Tribüne des Auestadions ist die Gefahr erst einmal gebannt. Für wie lange, kann niemand sagen. Der nächste Schnee kommt bestimmt.

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