286-Tonnen-Transport: In der Nacht von Kassel nach Warburg

Kassel. Die erste Etappe des 286-Tonnen-Konvois ist abgeschlossen: Der Schwertransport, der am Dienstagabend von Kassel aus in Richtung Mannheim gestartet ist, hat am Mittwoch Nordrhein-Westfalen erreicht.

Gegen 22 Uhr war der 65 Meter lange Transport am Dienstag vom Kasseler Maschinenbauer Vetter Tec aus Richtung Mannheim gestartet. An Bord: Ein 92 Tonnen schwerer Wärmetauscher, mit dem eine Mannheimer Speiseölfabrik Rapssaat für die Ölpresse vorwärmt.

Vom Betriebsgelände in der Leipziger Straße ging es über den Platz der Deutschen Einheit und die Fuldabrücke zum Altmarkt. Um in die Weserstraße einzubiegen, musste die Polizei das sechs Meter breite Gefährt über die Gegenfahrbahn leiten. Insgesamt verteilt der Transport 286 Tonnen auf 156 Räder. 1340 PS und zwei Lkw sind nötig, um das Gefährt in Bewegung zu setzen – einer zieht und einer schiebt den stählernern Riesen.

Zeitweise musste auch die Straßenbahn angehalten werden, um dem Koloss Platz zu machen. „Es ist halt ein Schwertransport: Man muss mal eine Ampel umlegen oder eine Freileitung nach oben drücken“, sagt Uwe Jost, Versandleiter von Vetter Tec. „Aber ansonsten lief alles glatt.“ Der große Transport zog dabei auch einige Zuschauern an. „Bei der Ausfahrt gegen 22 Uhr war schon einiges los“, sagt Jost.

Übergabe um 1.34 Uhr

Über die Kurt-Wolters-Straße und die Holländische Straße ging es weiter über die B7, durch Calden hindurch in Richtung Warburg – zum Ende der ersten Etappe. Um 1.34 Uhr übergab die hessische Polizei die Transport-Eskorte an die Kollegen aus Nordrhein-Westfalen.

Etwa eine Woche soll es dauern, bis der riesige Wärmetauscher am Ziel angekommen ist. Mittwochnacht soll der Schwertransport dann den Duisburger Hafen erreichen. Dort wird er nach einem mehrtägigen Zwischenstopp auf ein Binnenschiff für die Fahrt nach Mannheim verladen. „Wir können nicht die Straße nehmen, weil die Brücken in Mannheim dem Gewicht nicht standhalten würden“, erklärt Uwe Jost.

Zwei Monate hatte die Spezialanfertigung des Wärmetauschers gedauert und es gibt noch viele Aufträge abzuarbeiten. Derzeit verlasse zwei Mal pro Monat ein Schwertransport die Werkshalle, sagt Jost. Nicht alle seien so gigantisch.

„In der 81-jährigen Firmengeschichte liefen die Geschäfte noch nie so gut wie jetzt“, sagt Verkaufsleiter Rainer Wurm. Grund für die Auftragsflut sei die Finanzkrise im Jahr 2009, in der sich in vielen Firmen ein Investitionsstau entwickelt habe. 95 Prozent der Produktionen seien für den weltweiten Export bestimmt: Nach China, Australien, Indien und Russland gehen die Maschinen aus Kassel, die vor allem für Trocknungsprozesse eingesetzt werden.

Für 2011 kalkuliert die Firma mit einem Umsatz von 30 Millionen Euro. „Noch vor zwei Jahren hatten wir eine Durststrecke. Damals lag der Umsatz bei etwa zehn Millionen Euro. Viele Mitarbeiter waren damals in Kurzarbeit“, sagt Jost. Vor diesem Hintergrund sei die Entwicklung sehr erfreulich. (bal/ntz)

Rubriklistenbild: © HNA/Weber

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