Tausende ließen sich Spektakel nicht nehmen

Totale Mondfinsternis: Region blickte auf Phänomen am Himmel

Die längste Mondfinsternis des Jahrhunderts, der Mars besonders groß und nah - und eine sehr warme Sommernacht: Am Freitagabend haben unzählige Menschen das extrem seltene Himmelsschauspiel verfolgt.

Zuletzt aktualisiert um 9.20 Uhr - Viele Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute luden zum Beobachten des Schauspiels ein. Zur etwa 103 Minuten langen totalen Mondfinsternis gesellte sich ein besonders heller und großer Mars. Eine ähnliche Mars-Stellung war zuletzt vor 15 Jahren zu sehen. "Für die derzeit lebenden Menschen ist das ein einmaliges Ereignis", sagt der Chef der Vereinigung der Sternfreunde in Heppenheim, Sven Melchert. 

Viel Glück hatte unsere Region: An vielen Orten konnte das Naturschauspiel bewundert werden. So zog es Tausende bei warmem Wetter vor die Haustür. Auch im Norden, Westen und Süden war die Sicht auf die beiden rötlich leuchtenden Himmelskörper vielerorts recht gut. Der Deutsche Wetterdienst meldete für diese Regionen vereinzelt Wolken. Weniger Glück hatten weite Teile Brandenburgs, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens. Dort blickten viele auf Gewitterwolken statt auf einen sternenklaren Abendhimmel. Über Berlin hingen einige Wolken. Auch am Alpenrand war das Himmelsspektakel nicht überall zu sehen.

Hunderte Menschen verfolgten es am Strand von Norderney an der Nordsee. "Viele Hundert Menschen" zählte auch Stefan Krause von der Volkssternwarte Bonn beim Beobachten auf dem Alten Zoll am Rheinufer. "Das Wetter ist gut und es ist Wochenende", begründete er das große Interesse. Zudem sei die Mondfinsternis an einem Abend zu sehen und nicht in den Nachtstunden. Rost-rot sei der Mond, schilderte Krause.

Blutmond: Spektakel am Himmel

Blutmond: Spektakel am Himmel
Dieses Bild stammt von Gerhard Kalden (Frankenberg). © 
Blutmond: Spektakel am Himmel
Bild von Jutta Ochs - aufgenommen in Frankenberg. © 
Blutmond
Der Blutmond von Niestetal aus fotografiert von Tino Mergard. © 
Der Blutmond über Homberg. Aufgenommen hat das Foto Markus Shakals. © Markus Shakals
 © Ulf Maurer
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Blutmond über Wabern. Diese Aufnahme haben Roswitha und Jürgen Wiegand erstellt.  © 
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Blutmond über der Königsalm. "Erstaunlich viele Menschen kamen mit Decken und Picknickkorb", schreibt uns Rosemarie Kulhoff.  © 
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Dresden: Der Vollmond ist hinter einer Mattielli-Statue auf der katholischen Hofkirche zu sehen. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa
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Köln: Der rötlich gefärbte Vollmond ist neben einer Hausfassade zu sehen. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Oliver Berg/dpa
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Koblenz: Der Vollmond ist während der Mondfinsternis am Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm am Deutschen Eck zu sehen. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Thomas Frey/dpa
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Heidelberg: Besucher schauen auf der Pfaffengrunder Terasse in der Bahnstadt durch ein Teleskop in den Himmel. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Uwe Anspach/dpa
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Rottweil: Der Erdschatten schiebt sich über den rötlichen Vollmond. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Silas Stein/dp
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Heidelberg: Eine junge Besucherin schaut auf der Pfaffengrunder Terasse in der Bahnstadt durch ein Fernglas in den Himmel. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Uwe Anspach/dpa
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Füssen: Der Erdschatten schiebt sich über den rötlichen Vollmond. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Athen: Der Vollmond geht über der Akropolis auf. © Aristidis Vafeiadakis/ZUMA Wire/dpa
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München: Der Vollmond ist im Dunst über München zu sehen. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Matthias Balk/dpa
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Hamnburg: Schaulustige stehen mit Kameras im Hamburger Hafen und warten auf den aufgehenden Mond. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Daniel Reinhardt/dpa
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Rom: Rötlich geht der Vollmond hinter dem Kolosseum auf. © Gregorio Borgia/AP/dpa
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München: Zahlreiche Menschen beobachten am Olympiaberg die Mondfinsternis mit dem rötlichen Vollmond. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Matthias Balk/dpa
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Kanton Appenzell: Rot steigt der Vollmond hinter dem Berg Säntis auf 2502 Metern Höhe im Alpstein auf. © Christian Merz/KEYSTONE/dpa
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Bernkastel-Trier: Der rötliche Vollmond steht über der Jugendherberge. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Harald Tittel/dpa
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Frankfurt am Main: Zwischen einem Baukran und einem Gebäude in der Innenstadt ist der rötlich gefärbte Vollmond zu sehen. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Frank Rumpenhorst/dpa
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Füssen: Der Erdschatten verdunkelt den Vollmond. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Kuala Lumpur: Der rötlich gefärbte Vollmond erhebt sich über dem Petronas Twin Tower während einer kompletten Mondfinsternis. © Yam G-Jun/AP/dpa
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Mailand: Der rötlich gefärbte Vollmond wird durch die Türme der gotischen Kathedrale des Doms während einer kompletten Mondfinsternis gesehen. © Luca Bruno/AP/dpa
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Brünn: Menschen spielen mit ihren Schatten, die auf eine Nachbildung des Blutmondes fallen, während der Betrachtung einer kompletten Mondfinsternis. © Monika Hlaváèová/CTK/dpa
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Brünn: Menschen schwimmen in einem Pool und betrachten den rötlichen gefärbten Vollmond während einer kompletten Mondfinsternis. Bei der längsten Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts taucht der Mond in den Erdschatten ein. © Monika Hlaváèová/CTK/dp

Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond - wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen. Der Mond taucht völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Einen besonders guten Blick darauf hatte Astronaut Alexander Gerst, der derzeit auf der Raumstation ISS ist. Auch die ISS war am späten Abend für kurze Zeit neben Mond und Mars am Himmel erkennbar.

Gerst twitterte am Abend ein Foto beim Kurznachrichtendienst Twitter und schrieb dazu: "Gerade ein Foto der #Mondfinsternis von der Internationalen Raumstation aus gemacht. Schwierig einzufangen. Der leichte Blaustich kommt von der Atmosphäre, kurz bevor der Mond darin "untergetaucht" ist."

Der Mars gilt ohnehin als Roter Planet. Aber warum leuchtet auch der Mond rot? Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden Experten zufolge vollständig in der Erdatmosphäre gestreut. Das langwellige rote Licht wird dagegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt.

Der Vollmond ist hinter einer Mattielli-Statue auf der katholischen Hofkirche in Dresden zu sehen.

In den sozialen Medien beschäftigte viele das Himmelsspektakel. "Ich finde den Gedanken irgendwie wunderschön, dass die ganze Welt heute gemeinsam zum Mond aufschaut", schrieb jemand bei Twitter. In Aachen sei der Mond um 22.32 Uhr gesichtet worden, lautete ein Tweet aus NRW. Dagegen hieß es wohl aus Hamburg: "Wo isn jetzt der Erdtrabant? Nichts zu sehen in Hamburg".

Viele kommentierten die Wolken am Himmel mit ironischen Sprüchen: "Ein Spektakel erster Güte. Dass ich das mal erleben darf. So viele dunkle Wolken sieht man wahrlich nicht oft am Himmel." Oder: "Wolken, bitte geht schnell weg. Ich hab einfach keine Lust, nochmal 105.000 Jahre auf dieses Ereignis zu warten."

Es gibt Jahre ohne Mondfinsternis

Da der Erdschatten in der Mondentfernung recht schmal ist, sind Mondfinsternisse relativ selten. Maximal treten sie zweimal im Jahr auf, häufig aber nur einmal. Und es gibt sogar Jahre ohne Mondfinsternis.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Rubriklistenbild: © Tino Mergard

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