400 Menschen feierten mexikanischen „Tag der Toten“

Museum für Sepulkralkultur: Totenfest wie im neuen „Bond“

Tanz der Toten: Zitlali Garcia von der Formation „Las Fiestas“ faszinierte die Besucher mit ihrem Gesang und einem Tanzritual beim mexikanischen Totenfest. Fotos: Konrad

Kassel. James-Bond-Fans dürfte das mexikanische Totenfest aus dem neuen 007-Film „Spectre“ bekannt sein: Es dient in Mexiko-Stadt als Kulisse für die actionreiche Eingangsszene.

Hautnah erlebten am Samstagabend 400 Menschen das Fest, bei dem in Mexiko mit einem farbenprächtigen Volksfest der Toten gedacht wird, im Kasseler Museum für Sepulkralkultur.

Mit Kunstinstallationen, mexikanischen Tänzen und Musik, Filmen, Präsentationen und natürlich den „Ofrendas“, den Gabentischen, die Angehörige am Tag der Toten, dem „Dia de los Muertos“, für die Verstorbenen gestalten, erhielten die Besucher Einblicke in den mexikanischen Brauch.

Seelen tanzen mit der Göttin des Todes: Das symbolisiert die Installation von Lisa D. Robin.

Nach dem Volksglauben kehren an diesem Tag die Seelen der Verstorbenen zu den Familien zurück. „Es ist keine Trauerveranstaltung, man feiert und erinnert sich an die positiven Eigenschaften der Verstorbenen“, sagt Museumsleiter Gerold Eppler. Auf die Gabentische werden die Dinge gelegt, die die Verstorbenen zu Lebzeiten geliebt haben, wie Zigarren, den Lieblings-Mezcal, aber auch Seife und Wasser zum „Frischmachen“. Auch lustige Skelette dürfen dabei nicht fehlen. Die konnten Kinder in Workshops selbst basteln, ebenso wie gelbe und orangefarbene Papierblumen, die den Seelen den Weg zu ihren Familien weisen sollen.

„Ich finde es wichtig, dass Kinder den Umgang mit dem Tod lernen“, sagt Judith Winkelbach. Die Kunstlehrerin war mit ihren Kindern extra als Fulda angereist, um an dem Fest und den Workshops teilzunehmen.

Bei den Installationen stach die ehemalige Kasseler Künstlerin Lisa D. Robin, die jetzt in Berlin lebt, heraus. Sie ließ die Seelen der Verstorbenen, symbolisiert durch organgefarbene Blumen, mit der Göttin der Toten tanzen. Zwei Totenschädel erinnerten dabei an zwei Frauen, die bei der Flucht über die Grenze von Mexiko in die USA ums Leben kamen.

So erhielten die Besucher vielfältige Einblicke. Dazu gab es viel Musik etwa mit der Mariachi-Band aus Mexiko-City, folkloristische Tänze von der Kasseler Gruppe „Macehuani“ und Tanztheater mit der Bonner Formation „Las Fiestas“. An einem gemeinschaftlichen Gabentisch im Innenhof konnten auch die Besucher mit Bildern und Geschenken ihrer verstorbenen Angehörigen gedenken. Seit 2008 feiern die mexikanische Community und das Museum für Sepulkralkultur jedes Jahr das mexikanische Totenfest.

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