Toter bei Brand in Berlepschstraße - Zigarette als Auslöser?

Kassel. Bei einem Wohnungsbrand an der Berlepschstraße ist am Freitagmorgen ein 48 Jahre alter Mann ums Leben gekommen. Der Kasseler Feuerwehr war der Brand um 8.50 Uhr gemeldet worden. In der stark verqualmten Wohnung fanden die Feuerwehrleute den Toten.

Ein schwarzer Rußfilm überzieht den Boden des Zimmers. Das Bett ist völlig verkohlt, aus der verbrannten Matratze ragen die Sprungfedern hervor. Neben dem Bett ist zu sehen, wo der leblose Körper des Mannes auf dem Boden lag, als die Feuerwehr eintraf.

Aktualisiert um 15.43 Uhr

Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Der 48-Jährige war einer von drei Bewohnern der Erdgeschosswohnung an der Berlepschstraße. Die drei Männer lebten dort in einer betreuten WG, die anderen beiden Mitbewohner hatten am Freitagmorgen das Haus bereits verlassen, als das Feuer ausbrach.

Nach Angaben von Zeugen war der 48-Jährige starker Raucher und rauchte auch in seinem Bett, berichtet Polizeisprecherin Sabine Knöll. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler der Kasseler Kripo ging das Feuer vom Bett aus. Dabei kam es zu starker Rauchentwicklung. Vermutlich sei der 48-Jährige an Rauchgasvergiftung gestorben. Das soll eine Obduktion klären, die von der Staatsanwaltschaft angeordnet worden ist.

Anhand der Spuren gehen die Brandermittler davon aus, dass der Mann durch eine brennenden Zigarette, die offenbar unbemerkt heruntergefallen war, den Brand selbst verursacht hat. Die Flammen in dem Zimmer hatte die Kasseler Feuerwehr innerhalb von fünf Minuten gelöscht. Anschließend entlüfteten die Einsatzkräfte die völlig verrauchte Wohnung. Ein Wellensittich hatte in einem verschlossenen Nebenzimmer der Vier-Zimmer-Wohnung den Brand unbeschadet überstanden.

Am späten Freitagvormittag ist wieder alles ruhig in dem Mehrfamilienhaus an der Berlepschstraße. Ein starker Brandgeruch zieht durch die geöffnete Tür aus dem Hausflur. Ethel Lenzen steckt der Schrecken vom Morgen noch in den Gliedern. Ihr Mann habe beim Verlassen des Hauses Rauch aus der Tür zur der Erdgeschosswohnung quillen sehen, sagt die 39-Jährige, die mit ihrer Familie im dritten Stock des Mehrfamilienhauses wohnt. "Wir haben dann Sturm geklingelt und von draußen an die Fenster geklopft." Als sich nichts regte, haben die Nachbarn dann die Feuerwehr gerufen.

Die drei Bewohner aus dem Erdgeschoss habe sie flüchtig gekannt, sagt Ethel Lenzen. Es seien behinderte Männer gewesen, die dort in einem betreuten Wohnen lebten. " Das waren nette Leute, sie haben immer gegrüßt." Die anderen beiden Bewohner arbeiteten in einer Behindertenwerkstätte, sagt die Nachbarin. Der Mann, der bei dem Brand ums Leben kam, sei in letzter Zeit häufig auch tagsüber im Haus gewesen. Als Altenpflegerin sei sie den Umgang mit dem Tod gewohnt, sagt die 39-Jährige. "Aber es ist ein schlimmes Gefühl, dass man versucht hat zu helfen und nichts machen konnte." (rud)

Aus Rücksicht auf Angehörige ist die Kommentarfunktion bei diesem Artikel deaktiviert worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.