Toter nach Streit in Bettenhausen: Hintergründe bleiben unklar

Kassel. Ein unbeschriebenes Blatt ist Heinz M. nicht bei der Polizei. Zuletzt soll er auch mit Bewohnern des Hauses an der Jakobsgasse in Bettenhausen immer wieder in Streit geraten sein, das berichteten Nachbarn nach dem tödlichen Streit am Montagabend.

Was ihn dazu trieb, mehrfach mit einem Küchenmesser auf seinen 55-Jährigen Nachbarn einzustechen, konnten sich auch andere Bewohner nicht erklären. „Der war mehr besoffen als nüchtern“, sagte einer der Nachbarn, der seinen Namen nicht nennen wollte. Nach der Tat stellte die Polizei 1,4 Promille Alkohol im Atem des 69-jährigen Heinz M. fest.

Offenbar versuchte das spätere Opfer Geld zu erbetteln. Das sei häufiger vorgekommen, sagte der Nachbar. „Der hat jeden belästigt – mich auch.“ Es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, „bis einer mal durchdreht“.

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Der Nachbar, ein grauharriger Mann im Rentenalter, war am Montagabend einer der ersten am Tatort. Er habe ein lautes Scheppern gehört und sei nach nebenan gelaufen, um nach seinem Nachbarn zu sehen. Heinz M. habe in seinem Appartment gesessen. Neben ihm auf dem Boden habe der 55-Jährige in einer Blutlache gelegen. Es sei eine Szene wie im Schlachthaus gewesen, sagte der Nachbar, der Polizei und Rettungskräfte alarmiert haben will.

Gesprochen habe der 69-jährige Tatverdächtige nicht. Heinz M. habe nur regungslos auf einem Stuhl gesessen.

Einladend wirkt das Appartmenthaus an der Jakobsgasse nicht gerade. Wer hier wohnt, sieht zu, dass er schnell etwas anderes findet, wenn er es sich leisten kann. „Das Haus ist doch bekannt“, sagt ein Bewohner. Neben der Eingangstür hängt ein Kasten mit etwa 40 Namenschildern. Wer zum ersten Bewohner im zweiten Stock links möchte, muss einmal klingeln. Der Nachbar öffnet bei zweimal Klingeln.

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Günstig sind die kleinen Appartments nicht: 270 bis 335 Euro inklusive Hausmeister steht auf einem Schild an der Haustür. Lange bleiben die meisten Bewohner wohl nicht. Wer einzieht, muss gleich zu Beginn des Mietverhältnisses 100 Euro für die Endreinigung zahlen.

Der 69-Jährige wurde mittlerweile dem Haftrichter des Amtsgerichtes Kassel vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Der Mann wurde daraufhin in die Justizvollzugsanstalt Wehlheiden gebracht.

Von Claas Michaelis

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