Bundeswehr-Jugendoffizier Sebastian Leitsch: Auf Tour in Sachen Bildung

Sebastian Leitsch Foto: Zgoll

Kassel. „Was ich mache, hat nichts mit Werbung zu tun.“ Sebastian Leitsch, der neue Bundeswehr-Jugendoffizier, zuständig für ganz Nordhessen und seit Januar in Kassel stationiert, will gleich zu Beginn keine Missverständnisse aufkommen lassen.

„Was ich mache, ist sicherheitspolitische Bildung – vor allem für Schulen, Vereine, Verbände, Parteien und Organisationen aller Art“, setzt er fort. „Man kann mich anrufen und mit mir Weiterbildungstermine vereinbaren“, sagt Leitsch. Er informiere dann vor Ort über die deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie über die Aufgaben, Aufträge und Einsätze der Bundeswehr in aller Welt“. Sogar mehrtägige Exkursionen zu Bundeswehrstandorten in Deutschland könnten gebucht werden.

Leitsch, 29 Jahre alt, stammt aus Fulda, ist verheiratet und seit zehn Jahren bei der Bundeswehr. Zunächst hat er eine Laufbahn als Marineoffizier eingeschlagen. Er fuhr auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, auf dem Versorgungsschiff Berlin und studierte an der Universität der Bundeswehr in München.

Erst dann entschied er sich, als Jugendoffizier über die Bundeswehr und ihre Funktion zu referieren. „Mich interessiert einfach das Mit- und Nachdenken über diese Institution.“ Kritisches Hinterfragen mit offenem Ausgang sei ihm sehr willkommen. „Ich selbst wollte vor zehn Jahren den Kriegsdienst zunächst verweigern“, sagt er. Dann aber habe er sich gedacht: „Die Bundeswehr kann man nicht wegverweigern. Sie ist eben da. Und deshalb will ich sie besser machen.“ Daraufhin meldete er sich zum Dienst. Leitsch betont, dass seine Aufgabe nichts mit der Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 2011 zu tun hat. Immerhin ist der Personalbestand von ehedem 225 000 auf jetzt 185 000 Soldaten geschrumpft, was aber tatsächlich den staatlichen Vorgaben entspricht. „Es gibt daher auch keinen Soldatenmangel“, sagt Leitsch. „Wie gesagt, es geht nicht um Personalwerbung. Das machen andere Kollegen.“

Jugendoffiziere gebe es seit 1958. Aktuell hat Kapitänleutnant Leitsch bundesweit 95 Kollegen. Diese Funktion sei vor 56 Jahren eingeführt worden, um 1955 die Gründungsziele der Bundeswehr und damit auch die Wiederbewaffnung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg für die Öffentlichkeit transparent zu machen.

Kontakt: Sebastian Leitsch, Jugendoffizier für Nordhessen (zuständig für die Landkreise Hersfeld-Rotenburg, Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner und Stadt Kassel), Ludwig-Mond-Straße 41, Tel. 0561 / 20 77 34 01, E-Mail: jugendoffizierkassel @bundeswehr.org www.jugendoffizier.de

Von Boris Naumann

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