Tourismus

Nordhessen soll erfolgreichste Mittelgebirgsregion Europas werden

Her mit den Touristen: Auch die Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe sind ein Anreiz, Urlaub in Nordhessen zu machen. Archivfoto:  Fischer

Kassel. Das Ziel ist überaus ehrgeizig: Nordhessen will in zehn Jahren die erfolgreichste Mittelgebirgsregion in Europa beim Tourismus sein. Das erklärte Regionalmanager Holger Schach am Montag bei einer Pressekonferenz, bei der die Tourismusstrategie 2022 vorgestellt wurde.

Im vergangenen Jahr wurden in der Region 46,6 Millionen Tagesgäste und 7,4 Millionen Übernachtungen von Touristen gezählt. Die meisten übernachteten in Kassel, Bad Wildungen und in Willingen. Man verzeichne jährlich eine Steigerung von zwei bis fünf Prozent.

Es gehe darum, diese Steigerungsraten in den kommenden zehn Jahren fortzusetzen, sagte Ute Schulte, Leiterin der Abteilung Tourismus beim Regionalmanagement. „Wir haben das Potenzial dazu.“ Ob man den räumlich größeren Schwarzwald mit derzeit 22 Millionen Übernachtungen übertreffen könne, sei allerdings fraglich, räumte Schulte ein. Die Tourismusstrategie sei unter Einbeziehung aller touristischen Akteursgruppen in Nordhessen erarbeitet und von der Universität Kassel begleitet worden.

Das ehrgeizige Ziel im Tourismus wolle man mithilfe der berühmtesten Kasseler, den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm, erreichen. Die Grimms waren Kosmopoliten, fühlten sich aber mit Kassel und der Region eng verbunden, fanden hier ihre Heimat. Die vor drei Jahren eingeführte Dachmarke Grimm-Heimat Nordhessen soll Motor dieser Entwicklung werden.

Die Region solle darauf aufbauend mit Werten wie Heimat, Gastlichkeit, Echtheit, Vielfalt und Offenheit sowie Qualität und Verlässlichkeit werben. „Es sind nicht nur das Naturpotenzial und die kulturellen Angebote, die die Region attraktiv machen, ebenso wichtig sind die Freizeiteinrichtungen und Beherbergungsbetriebe, die mit Gastfreundlichkeit, Herzlichkeit und Qualität ein einzigartiges Urlaubserlebnis bieten“, sagt Schulte.

Zudem befinde man sich derzeit in Gesprächen mit vielen Hoteliers, die die Themen Märchen und Grimms in ihren Häusern erlebbarer machen wollen. Die Sababurg sei mit der Vermarktung von Dornröschen hier vorbildlich.

Nordhessen soll verstärkt Urlaubsziel für Familien werden, deren Anreise durch die Lage in Deutschlands Mitte nicht besonders weit sei. Aber ebenso setze man auf Aktivurlauber, die in Nordhessen Rad fahren und wandern wollen.

Bei allen Aktivitäten sei es von großer Bedeutung, dass die Qualität der Angebote hoch sein, sagt Schulte. Wenn die Qualität nicht stimme, kämen die Touristen nicht zu einem zweiten Besuch und würden auch nicht für die Region werben.

Zudem sollen Strategien gegen den Fachkräftemangel in der Tourismusbranche, in der in Nordhessen derzeit 50 000 Menschen arbeiteten, entwickelt werden. Manche Hotels würden bereits Azubis in Spanien und Rumänien werben, sagt Schulte. Archivfotos:  nh

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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