Vielversprechender Start für erste Stadtrundfahrt nach Corona-Pause

Tourismus rollt in Kassel wieder an

Pfingsturlaub in Kassel: Mandy und Ramon Rossmann gehörten mit ihren Töchtern Fiona (links) und Smilla zu den Gästen der ersten Stadtrundfahrt seit der Coronapause. An Bord gilt wie im ÖPNV Maskenpflicht.
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Pfingsturlaub in Kassel: Mandy und Ramon Rossmann gehörten mit ihren Töchtern Fiona (links) und Smilla zu den Gästen der ersten Stadtrundfahrt seit der Coronapause. An Bord gilt wie im ÖPNV Maskenpflicht.

Auch unter der Maske hinterlässt Kassel offenbar Eindruck: „Wir sind überrascht, was für eine schöne grüne Stadt das ist“, sagen Werner und Monika Hentze aus Goslar.

Sie waren am Wochenende zu Besuch bei Sylvia und Thomas Holz in Söhrewald und gehörten zu den ersten Teilnehmern der Stadtrundfahrt durch Kassel – gewissermaßen der Jungfernfahrt in Corona-Zeiten. Da muss an Bord des Busses natürlich Mund-Nasen-Schutz getragen werden.

Mit 16 Fahrgästen zur Premiere ist Unternehmer Thomas Fredrich mehr als zufrieden: „Bombe“, sagt der 55-Jährige, der unter normalen Bedingungen bis zu 150 Menschen auf den Sightseeing-Touren durch seine Heimatstadt befördert. Aber unter Coronabedingungen ist eben alles anders. Auch der Bus: Weil die Nachfrage noch überschaubar ist, hat Fredrich statt der stadtbekannten blau-gelben Doppeldecker zunächst seinen eingeschossigen Cabrio-Bus im Einsatz.

Das Wetter ist gut und das rote Verdeck aufgeklappt, sodass die kleinsten Tröpfchen, die man derzeit fürchtet, sofort weggepustet werden. Auch bei Regenwetter achtet der Busunternehmer auf ausreichend Durchzug.

Duschvorhang zum Fahrerschutz: Thomas Fredrich hat seinen Bus für die Coronabedingungen aufgerüstet.

20 Plätze kann Fredrich in seinem Eindecker momentan besetzen. Jeden zweiten Doppelsitz hat er mit Flatterband abgesperrt, um für ausreichenden Abstand zwischen den Fahrgästen zu sorgen. Seinen Fahrersitz hat er mit einem durchsichtigen Duschvorhang abgeschirmt, der bei der Fahrt aufgeschoben wird – schließlich darf die Sicht nicht eingeschränkt sein. Doch bevor es losgehen kann: Hände desinfizieren!

Mandy und Ramon Rossmann sind mit ihren beiden Töchtern nach einem Besuch im Naturkundemuseum spontan zugestiegen, als sie den Bus vor dem Ottoneum stehen sahen. Die Familie aus Oberhof im Thüringer Wald verbringt Pfingsten in Kassel. „Man sehnt sich einfach danach, mal wieder rauszukommen“, sagt die 34-jährige Mutter. Auch ein Besuch der Grimmwelt steht auf ihrem Wochenend-Programm.

Als der Standrundfahrt-Bus am Herkules einen Besichtigungsstopp macht, erkundigen sich gleich mehrere Leute im Vorbeigehen nach den Fahrzeiten. Ein Hoffnungszeichen für Reiseunternehmer Thomas Fredrich, der in den letzten Wochen nur mit Absagen zu tun hatte. Wenn die Nachfrage steigt, kann er vielleicht bald wieder den Doppeldecker flott machen und womöglich auch mehrere Touren am Tag mit „Hop on/Hop off“-Service anbieten.

Touren jeweils Freitag, Samstag und Sonntag. Start um 12.40 Uhr am Staatstheater, Busparkplatz. Kosten 16 Euro (6 Euro ermäßigt). Tel. 0561/62233, E-Mail: info@kassel-stadtrundfahrt.de

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