Anziehungspunkt für Urlauber und Tagesgäste

Touristen geben in Kassel 600 Millionen Euro pro Jahr aus

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Ein Ausflug nach Kassel lohnt sich immer: Zum Beispiel zu den Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe, die am 1. Mai wieder beginnen. Unser Bild zeigt das faszinierte Publikum bei der Teufelsbrücke.

Kassel. Als Reise- und Ausflugsziel wird Kassel immer beliebter, und das bringt zunehmend Geld in die Stadt.

Durch Übernachtungen, Einkäufe, Restaurantbesuche, Eintrittskarten, Fahrkosten und mehr lösen die Gäste alljährlich Umsätze von gut 600 Millionen Euro aus.

Das geht aus einer neuen Studie hervor, die am Donnerstag bei einem Tourismus-Treff von Kassel Marketing im Kongresspalais auszugsweise vorgestellt wurde.

Demnach profitieren Gastgewerbe und Einzelhandel in Kassel zu gleichen Teilen von den Ausgaben der Touristen: Beide Branchen bekommen je etwa 240 Mio. Euro vom Umsatz-Kuchen ab, sagen die Studien-Autoren vom touristischen Forschungsinstitut dwif.

Die Einkommenseffekte, also die Verdienst-Chancen Kasseler Beschäftigter in vielerlei Branchen durch den Bedarf von Touristen, werden auf jährlich 272 Mio. Euro beziffert. Die Forscher schätzen, dass aus dem Gästegeschäft letztlich Steuereinnahmen in einer Größenordnung zwischen 5 und 15 Mio. Euro bei der Stadt Kassel hängen bleiben.

Nicht jeder, der nach Kassel reist, tut das aus Freizeit- oder Erholungsgründen. In Kassels Hotels sind Geschäftsreisende mit etwa 7 von 10 Übernachtungen die dominierende Gästegruppe. Ein Umsatzvolumen von 175 Mio. Euro entfällt laut den Autoren auf solche beruflichen Touristen.

In der amtlichen Übernachtungsstatistik von Stadt und Land Hessen sind Hotels erst ab zehn Betten berücksichtigt. Die dwif-Forscher haben demgegenüber auch eingerechnet, welche Rolle der sogenannte Sofatourismus, also das Übernachten bei Freunden und Verwandten, spielt. Sie sagen, dass fast 60 Prozent aller Kassel-Besucher so unterkommen. Etwa 1,3 Millionen Gäste-Übernachtungen gebe es jährlich in Kassels Privatwohnungen.

Dieser Anteil müsste also eigentlich noch hinzugezählt werden zu den offiziell gut eine Million Übernachtungen im Kasseler Tourismus-Rekordjahr 2017.

Tagesgäste bringen viel ein

So viele Übernachtungen in der Stadt wie nie zuvor plus eine 25-prozentige Umsatzsteigerung im Kongressgeschäft: 2017 war für Kassel das bislang erfolgreichste Jahr im Tourismus, betonte Oberbürgermeister Christian Geselle am Donnerstag bei einem Tourismus-Treff mit 200 Besuchern aus Gastgewerbe, Wirtschaft, Kultur und Verbänden. 

Dabei wurde deutlich, dass sich die touristischen Akteure Kassels auf gutem Weg sehen, ihre ambitionierten Ziele zu erreichen: Bis 2025 will Kassel die Marke von 1,35 Millionen Übernachtungen pro Jahr knacken und zur Riege der 20 beliebtesten Städtereiseziele Deutschlands zählen. 

Um das zu erreichen, haben die Verantwortlichen bei Kassel Marketing ihre Werbe- und Vermarktungsaktivitäten verstärkt, eine Lösung für den Missstand des seit langem fehlenden Campingplatzes gefunden und neue Veranstaltungsformate entwickelt, die mehr Publikum in die Stadt locken sollen – etwa das für Juni geplante Altstadtfest oder die Öffnung des Auestadions für große Freiluft-Konzerte. 

Dass auch so etwas wichtig ist, um auf dem Tourismussektor mehr Geld zu verdienen, erschließt sich nicht jedem sofort. Es wird aber deutlich, wenn man einen Blick in eine aktuelle Studie zur touristischen Wertschöpfung wirft, die Kassel Marketing in Auftrag gegeben hat. Demnach werden von insgesamt 600 Millionen Euro Umsatz, die Kassel-Besucher Jahr für Jahr in der Stadt erzeugen, mehr als zwei Drittel von Tagesbesuchern ausgelöst (68,7 Prozent). 

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Als Tagestourist gilt jeder, der aus Freizeit- oder Erlebnisgründen von außerhalb nach Kassel kommt – also ausdrücklich nicht für Arzt- oder Ämterbesuche, für Fahrten zur Arbeit oder Uni oder für Einkäufe des täglichen Bedarfs. Allein solche Tagesbesucher sorgen dafür, dass gut 450 Mio. Euro pro Jahr in Kasseler Kassen fließen. Etwa ein Drittel dieser Summe wird in Restaurants, Bars, Cafés und Gaststätten ausgegeben, fast die Hälfte an den Kassen des Einzelhandels. 

Solche Tagesausflüge, um in Kassel etwas zu erleben, finden laut der Studie des Touristik-Forschungsinstituts dwif etwa 14 Mal häufiger statt als Kassel-Reisen nach gängiger Vorstellung, bei denen Touristen für vielleicht ein, zwei Nächte im Hotel absteigen und in örtlichen Restaurants etwas essen gehen. Jeder dieser Gäste gibt in Kassel freilich einen weit höheren Durchschnittsbetrag aus als ein Tagesbesucher. Unterm Strich tragen Übernachtungsgäste zu etwa einem Drittel zum Kasseler Touristik-Umsatz bei.

  • Touristenattraktion Wasserspiele. In dieser Übersicht finden Sie alle Informationen zu den Wasserspielen im Bergpark Wilhelmshöhe.

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