Landessportbund Hessen bietet Ausbildung für Frauen mit Migrationshintergrund

Trainerin aus Russland

Mikhail Sidelev, Zulfia Zabirova und Daniella Drozdov bei einer Koordinationsübung. Foto: Linke

Kassel. Im November startet der Vorbereitungskurs für die zweite Ausbildungsperiode zur Übungsleiterin für Frauen mit Migrationshintergrund, deren Wurzeln also im Ausland liegen.

Angeboten wird der Kurs vom Landessportbund Hessen. Die Frauen lernen hier in einem Sprachkurs zunächst fachspezifisches Vokabular, lernen die Gruppe kennen und erhalten einen Einblick in das Vereinsangebot.

Die Russin Zulfia Zabirova hat die Ausbildung bereits absolviert. In ihrer Heimat stehe der Erfolg im Sport an erster Stelle, nicht der Spaß. Die Leichathletin kam vor elf Jahren nach Deutschland. Seit drei Jahren ist sie im Verein TSV Oberzwehren als Übungsleiterin tätig und trainiert Kinder und Jugendliche in den Disziplinen Laufen, Springen und Werfen.

Kaum Sprachkenntnisse

„Als ich nach Deutschland kam, habe ich gedacht, hier nie als Trainerin arbeiten zu können“, erzählt die 40-Jährige. Sie habe zu Beginn kaum deutsch sprechen können. Das Projekt war für die junge Frau der Weg zurück in den Sport und hinein in eine neue, für sie noch fremde Kultur.

Sinn und Zweck des Projektes sei es, durch soziale Interaktion im Sport eine Auseinandersetzung mit den Werten und Normen der verschiedenen Kulturen zu verstärken.

„Sie hat viele Kinder in den Verein geholt“, sagt Barbara Wloka, die das Kinderturnen des Vereins leitet. Patinnen kümmern sich in der Anfangszeit um die Neulinge, sodass die Frauen immer einen Ansprechpartner im jeweiligen Verein haben.

„Ich kenne die Erwartungen der ausländischen Eltern und versuche, das Training dementsprechend anzupassen“, erklärt die dreifache Mutter ihren Vorteil. „Mir hat die Ausbildung sehr geholfen“, sagt die Sportlerin. Ihr Deutsch habe sich dadurch verbessert. „Die Ausbildung hat mir geholfen, mich in Deutschland zu integrieren.“ Die Frauen sind ehrenamtlich bei den Vereinen beschäftigt und erhalten eine Aufwandsentschädigung, die zwischen Übungsleiterin und Verein abgesprochen wird. Unterstützt wird das Projekt vom Sportamt der Stadt und dem Sportkreis Kassel.

Von Miriam Linke

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