Bewährung für den Täter

In Tram bespuckt und geschlagen: Opfer leidet unter Angstzuständen

Kassel. Zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten, die drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurde, verurteilte das Kasseler Amtsgericht am Montag einen 29-Jährigen aus Hessisch Lichtenau, der in der Straßenbahn eine Frau bespuckt und geschlagen haben soll.

Außerdem muss er 800 Euro Strafe zahlen und 80 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Was sich vor dem Vorfall in der Straßenbahn in der Nähe des Unterneustädter Kirchplatzes ereignete, ließ sich gestern mit letzter Sicherheit nicht feststellen. Anlass der Auseinandersetzung soll die Bitte gewesen sein, seine Füße vom Sitz zu nehmen, damit sie sich mit ihrem damals 14-jährigen Sohn hinsetzen konnte.

„Ich nehme Schmerzmittel, kann nicht schlafen und habe immer noch Angst in der Bahn.“

Als er in die Straßenbahn gestiegen sei, hätte die 52-Jährige ihn höhnisch angegrinst und ihn mit ihrer Tasche angegriffen, sagte der Täter, der schon vorher mehrfach straffällig geworden war. „Da hab’ ich zurückgeschlagen“, lautete seine Erklärung.

Er habe sich mehr wehren als ihr einen gezielten Schlag verpassen wollen. Erst später habe er gesehen, dass er sie so böse erwischt habe, sagte er und entschuldigte sich. Und gespuckt habe er im Übrigen nicht, meinte jedoch, „ich hab’ vielleicht eine feuchte Aussprache“.

Pfefferspray für alle Fälle

Das 52-jährige Frau erklärte, dass sie nie eine Handtasche dabeihabe. Seit der Tat „nehme ich Schmerzmittel, kann nicht schlafen und habe immer noch Angst in der Bahn“, sagte die Frau. Seither habe sie immer Pfefferspray dabei. Keiner der Zeugen konnte sich erinnern, ob sie eine Handtasche dabeigehabt hatte oder nicht. Auch nicht die Frau, die sich um sie kümmerte, als sie vom Faustschlag niedergestreckt am Boden lag.

Körperverletzung in Helsa

Da es eine „provozierte Vortat“ gegeben habe und es sich nicht um den klassischen Fall einer Körperverletzung handeln würde, plädierte der Verteidiger darauf, es bei einem Verwarnungsgeld zu belassen. Mit dem Verweis auf das Strafregister des jungen Mannes, der vor knapp einem Jahr wegen einer anderen gefährlichen Körperverletzung in Helsa zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden war, lehnte der Richter das ab. (zal)

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