Regionalverbindungen nach Wolfhagen und Hofgeismar sind erfolgreichste Linien

Kassel. Der Start war schwer, aber allmählich kommt die Regiotram in Fahrt. „Seit die Fahrzeuge von der Region durch den Tunnel unter dem Hauptbahnhof direkt in die Kasseler Innenstadt fahren können, sind die Fahrgastzahlen in die Höhe geschnellt“, freut sich der Geschäftsführer des Nordhessischen Verkehrs-Verbundes (NVV), Wolfgang Dippel.

Waren es im Jahr 2007 - im August wurde der direkte Weg in die Kasseler Innenstadt in Betrieb genommen - noch 1,8 Millionen auf allen Streckenästen, wurden 2008 bereits 3,1 Millionen Fahrgäste und im vergangenen Jahr schon über 3,5 Millionen Fahrgäste gezählt. Jetzt wurde „die magische Zahl“ zehn Millionen erreicht, sagt Dippel. Besonders die Regiotram-Strecken nach Wolfhagen und Hofgeismar erfreuten sich bei den Fahrgästen sehr großer Beliebtheit. Auf der RT 4 nach Wolfhagen hatte sich die Zahl der Kunden von 2007 zu 2008 fast verdoppelt. „Damit ist die Verbindung nach Wolfhagen die erfolgreichste im ganzen System.“ Spitzenreiter unter den Haltepunkten sind Calden-Fürstenwald und Wolfhagen-Altenhasungen, bei denen sich die Zahl der Ein- und Aussteigenden mit einer Steigerung von 97 beziehungsweise 69 Prozent beeindruckend entwickelt habe, erklärt der NVV-Chef.

In der RT 3 nach Hofgeismar wurde im vergangenen Jahr die Millionengrenze bei den Fahrgästen geknackt. Diese Linie ist die fahrgaststärkste. Grebenstein und Espenau-Mönchhof weisen als Bahnhöfe dabei die höchsten Zuwächse mit 25 und 31 Prozent mehr Ein- und Aussteigenden auf.

Eine Fahrt jede halbe Stunde und zwischen Vellmar und Kassel sogar alle 15 Minuten sollen ab Ende 2012 noch mehr Fahrgäste in die Tramzüge locken. Steigt die Zahl der verkauften Fahrkarten, kommt auch mehr Geld in die leere NVV-Kasse. Derzeit liegt der Preisdeckungsgrad bei rund 35 Prozent. Das ist recht ordentlich, denn im Bundesschnitt liegt dieser Wert bei nur rund 25 Prozent. 35 Prozent bedeutet: Nur etwas mehr als ein Drittel der Kosten kommt über die Fahrpreise herein. Etwa zwei Drittel der Kosten müssen durch öffentliche Zuschüsse gedeckt werden. Nach Berechnungen der HNA kostet die nordhessische Regiotram die Steuerzahler mindestens 17 Millionen Euro - jedes Jahr. Was der jährliche Betrieb genau kostet, dazu gibt es vom NVV keine Auskunft. Die betriebswirtschaftlichen Zahlen unterliegen dem Datenschutz, was auch mit den Mitbewerbern, Ausschreibungen und Angeboten für Verkehrsleistungen zu tun hat.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Preisdeckungsgrad in ein bis zwei Jahren deutlich verbessert hat“, sagt Peter Rosskothen, NVV-Bereichsleiter Schienenplanung. Dann braucht die Regiotram weniger Zuschüsse aus öffentlichen Kassen.

Von Jörg Steinbach

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