Tram nach Vellmar: Jungfernfahrt ist vollbracht

Kassel/Vellmar. Der Hessische Verkehrsminister Dieter Posch zeigte sich in Vellmar beeindruckt. Trotz der Kälte waren am Samstagvormittag etwa 850 Menschen auf den Hof der Ahnatalschule gekommen, um die Einweihung der neuen Straßenbahnstrecke zwischen Kassel und Vellmar gebührend zu feiern.

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Dieses Interesse wertete Posch als gutes Zeichen. Schließlich könnten täglich 2000 Menschen durch das neue Angebot der Linie 1 vom Auto auf die Straßenbahn umsteigen. Posch, der am Freitag bei der Einweihung der neuen Landebahn am Frankfurter Flughafen gewesen war, sagte, beide Ereignisse hätten einen ähnlich hohen Stellenwert.

Tram nach Vellmar: Jungfernfahrt ist vollbracht

Es sei nicht nur für Ballungsräume wichtig, Mobilität herzustellen, sondern auch für den ländlichen Bereich. Nordhessen sei ohnehin schon eine Region mit Vorbildcharakter, was den Öffentlichen Nahverkehr angehe, sagte Posch.

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Begonnen hatte die Jungfernfahrt an der früheren Endhaltestelle der Linie 1 an der Wendeschleife Hölländische Straße in Kassel. Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen und Vellmars Stadtoberhaupt Dirk Stochla hatten um Punkt 10.30 Uhr das Schleifenband vor der Bahn gelöst. Hilgen achtete bei seiner Begrüßung darauf, dass er die Redezeit von drei Minuten nicht überschritt. Da die Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) ein sparsames Unternehmen sei, dürfe der Zeitplan auch nicht durch die Feierlichkeiten umgeworfen werden. Das hätte Auswirkungen auf das gesamte Streckennetz in der Stadt.

Und so konnte Straßenbahnfahrerin Melanie Römer pünktlich die Jungfernfahrt starten. Sie sei schon sehr aufgeregt, räumte die 34-Jährige ein. Und glücklich, dass man jetzt zwischen Kassel und Vellmar mit der Tram pendeln könne.

An den Haltestellen und der neuen 4,1 Kilometer langen Strecke standen viele Schaulustige, die den Fahrgästen in der vollen und geschmückten Bahn zuwinkten. KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert war begeistert von dieser tollen Stimmung. Es gebe bei der KVG viele Überlegungen für einen weiteren Ausbau des ÖNVP. Deshalb sei es wichtig, weiterhin Gespräche mit dem Land zu führen, um die Finanzierung der Projekte gewährleisten zu können.

Aktualisiert um 14.18 Uhr

Ebert dankte besonders seinem Vorgänger Prof. Reiner Meyfahrt. Der frühere KVG-Vorstand hatte die neue Schienentrasse planerisch und politisch auf den Weg gebracht. Sich zu bedanken, das war Vellmars Bürgermeister an diesem Tag ein Anliegen. Besonders bei den Bürgern, die durch den Bau der neuen Trasse mehrere Jahre Lärm und Baustellen in Kauf hatten nehmen müsen. Die Stadt revanchierte sich mit einer netten Geste bei ihren Anwohnern. Alle Geburtstagskinder aus Vellmar waren am Samstag zu der Jungfernfahrt eingeladen worden. Wie beliebt Straßenbahnfahren bei allen Generationen ist, zeigte sich an der Resonanz: Der jüngste Gast wurde drei, der älteste feierte seinen 92. Geburtstag.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Ein Video folgt in Kürze.

Rubriklistenbild: © Herzog

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