Telefonischer Hinweis beim NVV nützte nichts

Fahrgast sauer: Tram war zu spät, Anschlussbus fuhr trotz Anrufs weg

Kassel / Fuldatal. Ist es einfach nur Pech, wenn man als Straßenbahnnutzer seinen Anschlussbus verpasst und dann eine Stunde warten muss?

Oder liegt es daran, dass private Bus-Vertragsfirmen des NVV keine Rücksicht auf Verzögerungen im städtischen Fahrplan nehmen? Letzteres vermutet KVG-Stammkunde Carsten Ullrich. Er ist sauer, dass ein Bus der Firma Bonte nicht auf ihn und 20 weitere Umsteiger wartete. Dabei hatte Ullrich die absehbare Verspätung der Tram selbst telefonisch angekündigt.

An einem Freitagabend wartete der Simmershäuser um 20.15 Uhr am Katzensprung auf die Bahn in Richtung Endstation Linie 3, um dort in den Bus der Linie 40 umzusteigen. Da die Tram laut elektronischer Infotafel sechs Minuten später als im Fahrplan verzeichnet eintreffen sollte, sah Ullrich voraus, dass er den Bus um 20.30 Uhr nicht mehr würde erreichen können. Daher rief er das NVV-Servicetelefon an mit der Bitte, den Anschlussbus kurz aufzuhalten. „Der Mitarbeiter bekundete auch, dies sofort zu erledigen.“

Als die Tram am Umsteigepunkt Ihringshäuser Straße ankam, habe die Verspätung noch drei Minuten betragen. Der Bus sei jedoch weg gewesen, auf die nächste Verbindung in Richtung Immenhausen hätte ein Dutzend Passagiere bei miesem Wetter eine Stunde warten müssen. „Manche haben sich dann eben abholen lassen, andere ein Taxi bestellt“, sagt Ullrich. Er selbst griff zornig zum Handy, um vom NVV-Service zu erfahren, warum sein Hinweis ignoriert worden sei. Die Auskunft erzürnte den 50-Jährigen erst recht: Man habe bei der Subunternehmerfirma Bonte um diese Uhrzeit niemanden mehr erreicht und auf den Anrufbeantworter gesprochen.

„Da gibt es teure Anzeigetafeln, Apps und Internet“, schimpft KVG-Stammkunde Ullrich, der seit zehn Jahren eine Jahreskarte hat. „Aber wenn ein Kunde mitdenkt und in weiser Voraussicht selbst anruft, können die nicht helfen.“

Ingo Pijanka KVG-Pressesprecher

KVG-Sprecher Ingo Pijanka sagte dazu auf HNA-Anfrage: „Die Idee, selbst anzurufen, ist eigentlich gut. Aber besser wäre es in diesem Fall gewesen, sich direkt an den Fahrer der Straßenbahn zu wenden.“

Dieser, so Pijanka, hätte auf kurzem Weg über die Leitstelle klären können, ob der Busfahrer die Verspätung im Blick habe. Die KVG-Leitstelle verfolge Verzögerungen im Fahrplan auch selbst und halte Anschlussfahrzeuge auf, soweit möglich. „Das klappt allerdings nicht immer, denn jede Änderung im Fahrplan kann eine Kettenreaktion auslösen“, betont der KVG-Sprecher.

Was bei der besagten Verbindung schiefgegangen sei, könne nicht mehr nachvollzogen werden. „Selbst wenn dieser Bus der Firma Bonte nicht mit Funk ausgerüstet gewesen sein sollte, gibt es auf jeden Fall eine klare Ansage, dass die Fahrer auf Zubringerverbindungen warten müssen.“

Falls der Bus dann doch weg sein sollte, rät Pijanka, sich wiederum an den Straßenbahnfahrer zu wenden: „Der ruft dann nötigenfalls ein Taxi, das vom NVV bezahlt wird.“

Rubriklistenbild: © dpa

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