Moritzstraße: Vollständige Sperrung während der Bauarbeiten eine mögliche Variante

Tramtrasse ist vom Tisch

Keine Straßenbahn: Eine Tramtrasse durch die Moritzstraße war als eine mögliche Variante vor zwei Jahren von der Uni ins Spiel gebracht worden. Jetzt wurde sie verworfen. Die KVG will die Verkehrsplanung der Stadt abwarten. Archivfoto: Koch

Nord-Holland. Die im Jahr 2009 von der Uni ins Auge gefasste Tramtrasse durch die Moritzstraße direkt am Campus ist vom Tisch. Das bestätigte KVG-Pressesprecherin Heidi Hamdad auf HNA-Anfrage. Noch vor einer Kosten-Nutzen-Rechnung sei die KVG zu dem Schluss gekommen, dass die Kapazitätsprobleme mit dieser Linienführung nicht gelöst werden könnten, sagte Hamdad. Die KVG möchte nun das von der Stadt Kassel in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten abwarten.

Die Tram sollte nach einer ersten Planung vom Holländischen Platz über die Henschelstraße in die Moritzstraße einmünden und von dort aus über die Mönchebergstraße zum Klinikum in Richtung Ihringshäuser Straße fahren. Hintergrund für die Überlegungen ist die Bebauung des Campus Nord.

Denn das AVZ in Oberzwehren mit den Naturwissenschaften soll aufgegeben und auf dem Campus zwischen Moritz-, Gottschalk- und Mombachstraße neu gebaut werden. Das hätte zur Folge, dass viel mehr Studenten sowie Mitarbeiter die Universität im Innenstadtbereich nutzen werden.

Die Stadt Kassel hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, um Lösungen für den gesamten Bereich rund um den Holländischen Platz aufzuzeigen. Eine mögliche Variante ist, die Tram-Haltestelle direkt vor die Uni an die Henschelstraße zu verlegen und eine weitere an der Ludwigstraße zu schaffen.

Bei dem Aus für die Tramtrasse Moritzstraße gab es laut Hamdad einen weiteren Grund: Dort soll ein neues großes Zentrum für Nanotechnologie angesiedelt werden mit Laboren, die hoch empfindliche Geräte haben. Die Wissenschaftler befürchteten, dass Erschütterungen der Tram die Laborergebnisse hätten verfälschen können, sagte Hamdad.

Sperrung „denkbare Option“

Im Herbst beginnen die Arbeiten für den Anbau an die Zentralmensa und den Bau des neuen Hörsaal- und Campuscenters. Etwas später wird ein Studentenwohnheim samt Kita gebaut werden. Nach Angaben von Annette Spielmeyer vom Stadtplanungsamt soll die Moritzstraße während einer etwa zweijährigen Bauphase für den Verkehr dichtgemacht werden. Dies hatte sie in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Nord-Holland mitgeteilt. Doch auf Nachfrage der HNA wird die Sachlage vom selben Amt anders dargestellt: Die Straßensperrung sei lediglich eine denkbare Option, die es genau zu prüfen gelte, sagte Carl Flore, stellvertretender Leiter des Stadtplanungsamtes.

Es müssten auf jeden Fall Alternativen geprüft werden. Denn die Moritzstraße sei eine wichtige Verbindung zwischen Wesertor und Nord-Holland, die täglich von 8000 bis 9000 Fahrzeugen befahren werde.

Der Ortsbeirat hatte in seiner Sitzung aufgrund der aktuellen Information über eine vollständige Sperrung Gesprächsbedarf mit den städtischen Ämtern angemeldet. KOMMENTAR

Von Beate Eder

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