Transparenter und offener

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Großer Name: Die älteste Schule Kassels, gegründet 1869, trägt seit 1956 den Namen Albert Schweitzers und ist seit 2010 Europa-Schule.

Es ist (fast) geschafft – die Sanierung des historischen Gebäudes der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in der Kölnischen Straße ist abgeschlossen, abgesehen von einigen Restarbeiten.

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Schüler, Lehrer und Eltern können nach fünfjährigem Unterricht auf einer Baustelle Luft holen, Abstand von Bautätigkeit und damit verbundenem Stress finden. Für etwa 1040 Schüler und 80 Lehrer bestand der Schulalltag fünf Jahre lang aus Provisorien, Unterricht in Ausweich-Quartieren und fremden Räumen, zum Teil sogar in der gegenüberliegenden Martini-Brauerei. Tagesabläufe und Pläne gestalteten sich aus Entwürfen, Übergangslösungen und Änderungen.

Insgesamt stecken nun Sanierungsarbeiten für insgesamt etwa 6,2 Millionen Euro in dem Gebäude. Der schrittweise Baufortschritt war der gestückelten Mittelzuteilung durch Stadt und Land, aber auch den Erfordernissen des Schulalltags geschuldet. Und: Alte Häuser haben ihre Geheimnisse. Das weiß jeder, der schon einmal ein Haus saniert hat: Erst wenn man fertig ist, kennt man seine Baustelle.

Seit Schuldirektor Stefan Alsenz vor fünf Jahren an die ASS kam, begleitete die Baustelle ihn und die Menschen in der Schule: „Da stand uns eine Mammut-Aufgabe bevor.“ Viele der Probleme waren am Anfang noch gar nicht vorhersehbar. „Und dennoch“, fügt er hinzu, „hat sich die Schulgemeinschaft sehr tapfer geschlagen und manche Widrigkeit gemeinsam durchgestanden.“

Heller, frischer, freundlicher

Auch für den Architekten Prof. Thomas Bieling ist diese Schule ein besonderer Ort, er ging in dem alten Backsteinbau selbst neun Jahre lang zur Schule, bestand 1974 das Abitur. „Unser Ziel war es, dem Inneren des Gebäudes eine helle, frische und freundliche Gestaltung zu verleihen“, berichtet der Architekt. Stefan Alsenz ergänzt: „Wir möchten transparent sein und uns öffnen – das sind für uns zentrale Aspekte. Das sollte auch bei der Sanierung umgesetzt werden.“

Bewahrung der Bausubstanz

Wie bei jeder Bausanierung standen auch in der Albert-Schweitzer-Schule Aufarbeitung und Bewahrung der Bausubstanz im Mittelpunkt der Arbeiten. Ein Beispiel: Für die unter Denkmalschutz stehenden Treppenhäuser wurde glücklicherweise eine technische Lösung gefunden, die deren Erhalt und gleichzeitig die erforderliche Umsetzung aktueller Bauvorschriften erlaubte. Durch den Einbau stabiler, doch variabel einsetzbarer Metalljalousien konnte der aufwendigere Umbau der Treppenteile – und damit der historischen kunstgeschmiedeten Geländer – vermieden werden.

Projektleiter Hagen Sparbrodt von Bieling Architekten – mit Sitz in Kassel und Hamburg – stellte sich allen Herausforderungen des Sanierungsvorhabens. „Sein großer Einsatz ist sehr hoch zu bewerten“, sagt sein Chef Thomas Bieling über dessen Arbeit. So sei er aber ebenso zufrieden mit der Arbeit der mit der Ausführung der Arbeiten betrauten Bauunternehmen. (pcj)

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