KVG hat Nutzung der Waldkappeler Bahn für Tram nach Waldau untersucht: Mit Trasse Geld sparen

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KVG-Chef Dr. Thorsten Ebert.

Kassel. Waldau und die Messehallen an das Schienen-Netz der KVG anzubinden, ist schon länger in der Diskussion. Die Waldkappeler Bahntrasse kommt dafür kaum in Frage.

Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die KVG-Chef Dr. Thorsten Ebert jetzt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Verkehr vorgestellt hat.

Geprüft wurden sieben mögliche Varianten. Die teuerste wäre, die alte Trasse für den Personenverkehr wiederherzustellen. Für diesen Fall rechnet die KVG mit einem jährlichen Zuschussbedarf von 2,6 Millionen Euro, den wohl die Stadt Kassel übernehmen müsste.

Ein Grund für die hohen Kosten sind die erwartet niedrigeren Fahrgastzahlen. Die Bahntrasse läuft in weiten Teilen durch dünn besiedeltes Stadtgebiet.

Hellhörig wurden die Ausschussmitglieder, als Ebert über die letzte der sieben Varianten sprach. Dabei würde nur ein kleiner Teil der bestehenden Trasse parallel zur Bundesstraße 83 genutzt. Für diesen Fall geht die KVG von etwa 750.000 Fahrgästen zusätzlichen Fahrgästen aus. Die Einnahmen würden um etwa eine halbe Million Euro steigen. Verglichen mit der jetzigen Situation könnte die KVG durch den Betrieb der dann neuen Tramlinie jedes Jahr etwa 160.000 Euro sparen. Allerdings müssten zuvor Gleise neu verlegt werden, was Investition von etwa zwölf Millionen Euro erfordern würde.

Wie sich das finanzieren ließe, lotet die KVG derzeit aus. Lohnen könnte es sich für die Stadt, wenn ein Großteil der Kosten – etwa zehn Millionen Euro – wie erhofft vom Land übernommen würden. Im Sommer hatte die KVG in einer Vorstudie mit Investitionskosten von 31 Millionen Euro für die Tramanbindung Waldaus kalkuliert.

Bei dieser siebten Variante würde die Waldkappeler Trasse nach Norden an die Tram-Strecke Richtung Bettenhausen angebunden. Die Messehallen blieben außen vor.

Ebert sagte, dass es spürbare Effekte habe, wenn Wohngebiete mit vielen potenziellen Fahrgästen nicht direkt angebunden würden. Das „Freizeitgelände“ um Buga und Messehallen sei als Fahrtziel nur zu einzelnen Anlässen interessant. Deswegen sei bei einer Trasse mit Umweg über die Messehallen nicht so vielen Fahrgästen zu rechnen.

Für eine Entlastung der Innenstadt vom Tramverkehr könne die Nutzung der Waldkappeler Bahntrasse nicht sorgen, sagte Ebert. Es würden genauso viele Straßenbahnen über die Königsstraße fahren wie bisher.

Mehr zur Waldkappeler Bahn im Regio-Wiki.

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