SPD-Stadtverordnete aus Bettenhausen im Alter von 66 Jahren gestorben

Trauer um Ellen Lappöhn

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Ellen Lappöhn

Kassel. Ellen Lappöhn ist tot. Die SPD-Stadtverordnete und engagierte Stadtteilpolitikerin aus Bettenhausen erlag am Donnerstag einem Herzinfarkt. Sie wurde 66 Jahre alt. Vor einer Woche hatte sie ihren Geburtstag gefeiert.

Ellen Lappöhn war eine Sozialdemokratin, die die Grundwerte ihrer Partei hochhielt. Sie setzte sich für soziale Gerechtigkeit ein - für bezahlbare Mieten, für mehr Wohn- und Lebensqualität. „Das war für sie unglaublich wichtig“, sagt ihr Bettenhäuser Parteifreund Harry Völler. Vor allem aber lag ihr die Entwicklung des lange vernachlässigten Stadtteils Bettenhausen am Herzen. „Sie hat immer für den Stadtteil gekämpft“, sagt Völler. Ihr Tod sei für Bettenhausen ein großer Verlust.

Ob Verkehrsberuhigung oder Sicherung der Eichendorff-Schule - sie ließ nicht locker. Dass die Gesamtschule im Stadtteil nun aufgegeben werden soll, war für sie bitter.

Loyal und kooperativ in der Zusammenarbeit, den Menschen freundlich zugewandt und hartnäckig, wenn es um ihren Stadtteil ging - so kannten viele die in Bettenhausen aufgewachsene Sozialdemokratin, die aus der Falken-Bewegung kam und ihr auch verbunden blieb.

Todesnachricht löste Bestürzung aus

Die Nachricht von ihrem Tod löste Bestürzung aus: „Ihr ehrenamtliches Wirken, ihr Engagement in der kommunalen Selbstverwaltung waren beispielgebend“, sagte Stadtverordnetenvorsteherin Petra Friedrich. Es sei nicht selbstverständlich, dass sich Menschen mehr als 25 Jahre lang für die Belange der Stadt und ihrer Bürger engagieren. „Wir verlieren mit Ellen Lappöhn eine engagierte Kommunalpolitikerin“, sagte Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Seit 1985 gehörte die gelernte Industriekauffrau dem Stadtparlament an, zeitweise als stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende. Sie war wohnungspolitische Sprecherin, saß im Aufsichtsrat der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt und der KVG, engagierte sich im Verein Spielmobil Rote Rübe, bei der Arbeiterwohlfahrt. Sie gehörte dem Ortsbeirat Bettenhausen und dem Ortsgericht an - ein Ehrenamt, das sie sehr ernst nahm.

Sie trat vehement für die Belange von Jugendlichen ein und der Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Ellen Lappöhn beriet Arbeitslose. Sie arbeitete viele Jahre im Büro der damaligen Kasseler SPD-Bundestagsabgeordneten Gerhard Rübenkönig und Hans Eichel, zeitweise als Leiterin. Sie begleitete Bürger auf organisierten Reisen zum Bundestag, sie schätzte den Kontakt.

Auch privat ging sie gern auf Reisen. Ihre Lebensfreude zeigte sich auch in ihrer Vorliebe für kräftige Farben, vor allem Rot. Ellen Lappöhn hinterlässt eine Tochter und eine Schwester. (els)

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