Früherer Sparkassen-Chef starb im 82. Lebensjahr an Folgen einer Virus-Erkrankung

Trauer um Hans-Karl Nelle

Hans-Karl Nelle Foto: nh

Kassel. Hans-Karl Nelle ist tot. Der 81-Jährige starb an den Folgen einer Infektion mit dem Herpes-Virus, unter dem er seit 1998 gelitten hatte. Er ist nach Mitteilung der Familie friedlich in den Armen seiner zweiten Ehefrau eingeschlafen.

Nelle hatte zwölf Jahre als Vorstandsvorsitzender die damalige Kasseler Stadtsparkasse geleitet und zudem im kulturellen Leben der Stadt viel bewegt.

Früh hatte der Hobby-Geiger und Freizeit-Fußballer die Bedeutung der Kultur für Kassel erkannt. Vom Museumsverein über die Arnold-Bode-Stiftung und die Kasseler Musiktage gab es zahlreiche Kulturschaffende, die auf Initiative Nelles von der Sparkasse gefördert wurden. Er machte mit dem Kauf des Haus-Rucker-Rahmenbaus an der Gustav-Mahler-Treppe zur Karls-aue den Anfang, von jeder documenta Kunstobjekte in der Stadt zu behalten. Und mit der Veranstaltung „Kassel trifft sich – Kassel erinnert sich“ schuf Nelle vor über 30 Jahren ein gesellschaftliches Ereignis, das bis heute unter dem neuen Motto „Die Region trifft sich“ Bestand hat und verdiente Persönlichkeiten in Erinnerung ruft.

In Breitenbach im Landkreis Kassel geboren, begann er nach der Volksschule mit 14 Jahren eine Lehre bei der Kreissparkasse Kassel. Als berufliche Stationen folgten die Bezirkssparkasse Seligenstadt und die Kreis- und Stadtsparkasse Warburg, wo er mit 33 Jahren Vorstandschef wurde. Später wechselte er in die Geschäftsführung des Sparkassenverlages. Dass er weder eine höhere Schule besucht noch studiert hatte, war für seine Karriere kein Hindernis. 1973 wurde Nelle zum Vorstandsvorsitzenden der Stadtsparkasse Kassel gewählt. Im Januar 1986 wurde er stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Landesbank Hessen-Thüringen. 1991 wechselte er in den Ruhestand.

Auf seinem steilen Karriereweg hatte der Banker mit dem großen Herz für die Kultur nie seine Bodenhaftung verloren. Er gehörte zu einer Generation, die es nicht leicht gehabt und Krieg, Hunger, Entbehrung und Wiederaufbau erlebt hatte. So war er, der sich selbst nach oben gearbeitet hatte, stets ein menschlicher Chef geblieben. Einer, der die Raumpflegerin mit der gleichen Höflichkeit grüßte wie den Vorstandskollegen.

Hans-Karl Nelles Engagement im kulturellen, aber auch im sportlichen und sozialen Bereich wirkt bis heute. Und mit der Ehefrau, drei erwachsenen Kindern und Enkeln trauern viele Freunde, Mitarbeiter und Kunden der Sparkasse. (ach)

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