Gründer der Meister-AG

Trauer um Hansi Meister: Früherer Zisselpräsident erlag Krebsleiden

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Kassel. Der frühere Zisselpräsident Hans-Joachim Meister ist am Donnerstag im Alter von 76 Jahren gestorben. Der Unternehmer, Gastronom und Ehrenpräsident des Zissels erlag einem langen Krebsleiden.

Hans-Joachim Meister wusste, wie er andere Menschen erfreuen und auch überraschen konnte: Es war im Jahr 2001, als der Zisselpräsident plötzlich im Anzug auf Wasserskiern stand und mit einem flotten Lauf auf der Fulda für eine unvergessliche Show des Wasserskiclubs Fuldabrück 1988 sorgte.

Heimlich hatte er tagelang für diesen legendären Auftritt zum Auftakt des Volksfestes geübt. Er war kein Mann der großen Worte, sondern der Taten.

Hansi, wie der Zisselpräsident, Unternehmer und Gastronom nicht nur von guten Freunden genannt wurde, war ein Original, wie es nur wenige gibt.

Am Donnerstag starb Meister im Alter von 76 Jahren. Vor eineinhalb Jahren war bei ihm Krebs diagnostiziert worden.

Meister, der von 1996 bis 2006 Zisselpräsident war, ist es unter anderem zu verdanken, dass das Volks- und Wasserfest von der Schwanenwiese den Weg zurück an die Fulda gefunden hat. Viele Menschen verbinden mit Meister nur den Zissel, dabei hatte der Maschinenbaumeister mit der Meister AG ein Unternehmen aufgebaut, das international im Bereich von Entwicklung, Planung und Konstruktion im Bereich Fahrzeug- und Maschinenbau erfolgreich ist.

Zudem war er über 50 Jahre Mitglied bei der DLRG, engagierte sich beim Karneval und beim TSV Wolfsanger und war Mitglied beim KSV Hessen Kassel.

Die Stadt zeichnete Meister, der nie einer Partei angehört hat, aber eng mit dem früheren Oberbürgermeister Georg Lewandowski befreundet war, mit der Stadtmedaille und dem Wappenring aus.

Hans-Joachim Meister kam am 26. September 1936 über der Gaststätte Vinzent an der Druseltalstraße zur Welt. Er war das älteste von insgesamt drei Kindern, sein Vater war Geldbriefträger bei der Post.

Meister wuchs in bescheidenen Verhältnissen auf. „Bei uns wurde immer gespart“, hat er einmal gesagt. Meister besuchte die Bürgerschule in Wilhelmshöhe. Sein erstes Geld verdiente er als Zehnjähriger in einem Fahrradladen. Die drei Mark, die er in der Woche verdiente, legte er zurück. Für ein eigenes Fahrrad. Damit radelte er dann als 14-Jähriger auch zu Henschel und Sohn, wo er eine Lehre als Maschinenschlosser absolvierte.

Zu Hause gab er auch immer Geld ab. Dadurch wurde seinem jüngeren Bruder Edgar das Studium ermöglicht. Das hat sich ausbezahlt: Edgar Meister wurde Direktor bei der Bundesbank und Finanzminister in Rheinland-Pfalz.

Hansi Meister besuchte nach der Lehre die Abendschule: Er machte seine Meisterprüfung, wurde Schweißfachingenieur und Konstrukteur. 1958 machte er sich selbstständig - zunächst mit einem Autoverleih. Als er diesen 1962 verkaufte, hatte er bereits einen Gewinn von 22 000 Mark erwirtschaftet.

Meister gründete das Hans-Joachim Meister Entwicklungs- und Konstruktionsbüro Kassel, woraus 1996 die Meister AG wurde. 1998 wurde sein ältester Sohn Stefan Vorstandsvorsitzender.

Hansi Meister war ein Familienmensch: Mit seiner Frau Ute, mit der er in zweiter Ehe verheiratet war, baute er 1980 das Landhaus Meister auf, dessen Leitung mittlerweile sein Sohn Joachim übernommen hat. Fünf Kinder hat Hansi Meister gehabt: Stefan und Petra-Anja aus erster Ehe sowie mit Frau Ute Babette, Joachim und Anne. Die Kinder sind zwischen 49 und 30 Jahre alt, hinzu kommen sieben Enkel, das achte Enkelkind ist unterwegs.

Hansi Meister hat sich sehr darüber gefreut, dass zum Geburtstag seiner Frau jetzt im April die ganze Familie noch einmal zusammengekommen ist. Danach musste er ins Krankenhaus, wo er fast rund um die Uhr von seinen Angehörigen betreut wurde. Am Donnerstag verließen den 76-Jährigen, der das Leben und die Menschen geliebt hat, die Kräfte. Die Trauerfeier findet am Montag, 6. Mai, 12 Uhr, in der Kirche Wolfsanger statt.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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