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Trauer um Pfarrer Alois Zimmer

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Von: Christina Hein

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Alois Zimmer (1921-2022)
Alois Zimmer (1921-2022) © Dieter Schachtschneider

Alois Zimmer, Priester und Religionslehrer in Kassel, starb im Alter von 100 Jahren.

Kassel /Schauenburg – Vor zwei Jahren hatte Priester Alois Zimmer, der in vielfältigen kirchlichen Positionen lange in Kassel tätig war, das seltene Fest des Eisernen Priesterjubiläums gefeiert: Vor 67 Jahren, 1955, war Zimmer im österreichischen Innsbruck zum Priester geweiht worden.

Im Alter von 100 Jahren ist Pfarrer Alois Zimmer jetzt am 26. Oktober, einen Monat vor seinem Geburtstag, gestorben. Er hatte zuletzt von 2016 an im Kasseler Seniorenheim St. Bonifatius gelebt.

40 Jahre lang vermittelte Zimmer Schülern, Studenten und Referendaren in Kassel den katholischen Glauben sowie Latein und Philosophie, er hielt Gottesdienste in Kirchen und Vorträge an der Hochschule.

1962 war Alois Zimmer in das nordhessische Kassel gekommen und war sich nicht bewusst, dass er gerne und für immer bleiben würde, wie er einmal der HNA gegenüber erklärt hatte. Ebenso wenig, dass er mit seiner Arbeit als Lehrer und Kirchenmann Spuren hinterlassen würde.

Geboren wurde Zimmer in Schoden bei Trier. Nach dem Krieg begann für ihn 1949 ein neues Leben. Er studierte Philosophie, Theologie, Latein und Politik in München, Innsbruck und Marburg. Nach der Priesterweihe war er zunächst als Seelsorger tätig, bevor er nach verschiedenen Stationen nach Kassel kam.

Hier unterrichtete er als Lehrer für katholische Religion bis zu seiner Pensionierung 1984 an verschiedenen Gymnasien, vor allem an der Albert-Schweitzer-Schule und dem Goethe-Gymnasium, er bildete ab 1970 am Studienseminar angehende Religionslehrer aus und arbeitete an den hessischen Rahmenrichtlinien für katholische Religionslehre mit. Außerdem gründete und leitete Zimmer eine religionspädagogische Arbeitsgemeinschaft und war unter anderem Ansprechpartner bei schulischen Konfliktfällen.

Für die bildende Kunst hatte der Pädagoge und kirchliche Würdenträger eine große Leidenschaft. Parallel zu den documenta-Ausstellungen 11 und 12 gestaltete Zimmer im Rahmen des katholischen Begleitprogramms der Kunstschau Ausstellungen in der Elisabethkirche mit. Marcus Leitschuh vom Pfarrgemeinderat der Elisabethkirche sagt: „Die Kulturarbeit an St. Elisabeth wäre ohne Alois Zimmer nie in der hohen Qualität ins Rollen gekommen.“ Zimmer habe sich als Pionier vor 25 Jahren für das Thema „Kirche und Kunst“ stark gemacht und wirke so bis in die Gegenwart weiter.

Der Elisabethkirche war Zimmer auch als Priester zugeordnet. Seine von jesuitischem Geist geprägten „Spätgottesdienste“ um 11.15 Uhr, die er über zehn Jahre lang hielt, hatten eine treue Anhängerschaft. Auch in Schauenburg-Elgershauen war Zimmer lange als Ortsgeistlicher tätig. Gewürdigt wurde Zimmers Engagement unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, das ihm 1984 verliehen wurde. Seit 2005 trug er den kirchlichen Ehrentitel „Geistlicher Rat“.

Das Requiem für Alois Zimmer findet am Dienstag, 8. November, 11.30 Uhr, in der Pfarrkirche St. Bonifatius, Ihringshäuser Straße 3, statt. Anschließend, 13 Uhr, Beerdigung auf dem Hauptfriedhof.

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