Trauer um Walter Giesler: Ehemaliger Hauptgeschäftsführer der IHK gestorben

Dr. Walter Giesler Foto:  IHK

Kassel. Er hat Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zusammengebracht und den Aufbau der Universität Kassel befördert.

Dr. Walter Giesler, ehemaliger Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel, ist am Montag nach langer Krankheit im Alter von 85 Jahren gestorben.

Der in Berlin geborene Jurist war 1965 zur IHK gekommen. Zunächst verantwortete er die Bereiche Industrie und Außenwirtschaft, von 1980 bis zu seiner Pensionierung 1995 leitete er die Kammer als deren Hauptgeschäftsführer.

In Gieslers Amtszeit wurden das Fortbildungszentrum im Industriepark Waldau und das neue Haus der Wirtschaft am Kasseler Kulturbahnhof gebaut. Nach der deutschen Vereinigung gehörte Giesler zu jenen, die überzeugt waren, dass die neu gewonnene zentrale Lage Nordhessens allein nicht ausreicht, um Entwicklungschancen für die regionale Wirtschaft zu garantieren. „Entscheidend für den Standort war und ist die Verkehrsanbindung“, hat er einmal gesagt.

Förderer der Uni Kassel

Der frühere IHK-Lenker sei „stets für neue Entwicklungen offen und immer selbst voller Ideen“ gewesen, schreibt die Kammer in einem Nachruf. Großen Raum in Gieslers Wirken nahm das Thema Wissens- und Technologietransfer ein: Er schob viele gemeinsame Projekte mit Unternehmen und Hochschulen an und förderte insbesondere die noch junge Uni Kassel, die ihm 2009 die Universitätsmedaille verlieh.

Mit Berliner Schlagfertigkeit stritt der Träger des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse für seine Überzeugungen – auch in der Medienpolitik: Seit der Gründung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk (LPR) 1989 stand Giesler mit an deren Spitze. Bis er 1994 aus Protest vom Versammlungsvorsitz zurücktrat und parteipolitische Absichten bei der Neufassung des Privatrundfunkgesetzes anprangerte.

Der Kunst- und Kulturliebhaber engagierte sich ehrenamtlich auch für Kassels Staatstheater: In dessen Fördergesellschaft arbeitete er 30 Jahre lang im Vorstand mit, davon zwölf Jahre – von 1988 bis 1999 – als Vorsitzender. Giesler habe den Verein, der zuvor „eine Plattform für wenige Mäzene“ gewesen sei, für eine breite Bürgerschaft geöffnet, sagte Hans-Dieter Müller, der heutige Vorsitzende der Fördergesellschaft. Auch für die Belange des Theaters sei Giesler „stets ein aktiver und erfolgreicher Streiter“ gewesen.

Walter Giesler lebte im Stadtteil Harleshausen. Er hinterlässt seine Ehefrau, das Paar hat drei Kinder.

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