Regionalmanager Holger Schach tot

Trauerfeier in der Alten Brüderkirche: Abschied von einem großen Lenker

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Trauerfeier in der Alten Brüderkirche: Vertreter aus Politik und Gesellschaft nahmen gestern Abschied von Holger Schach. Im hinteren Teil der Brüderkirche standen noch Dutzende von Menschen.

In einer öffentlichen Trauerfeier ist gestern in der Alten Brüderkirche Holger Schach gedacht worden. Der Regionalmanager war am 25. Mai im Alter von 56 Jahren gestorben – „mitten im Leben“, wie Pfarrer Karl Waldeck gleich zu Beginn anmerkte. Schachs so früher Tod habe viele sprachlos gemacht.

Während der 75-minütigen Trauerfeier wich diese Sprachlosigkeit den Worten der Redner, die versuchten, dem Leben und dem Menschen Holger Schach gerecht zu werden. Waldeck selbst beschrieb Schach als jemanden, der präsent war, ohne großen Raum für sich einzufordern.

Er bezeichnete den Regionalmanager als Netzwerker, als Denker, als Lenker und somit als einen der Väter der guten Entwicklung in der Region. Immer wieder fiel der Slogan, den Schach geprägt hat: „Die Lage ist gut.“ Das sagte er stets, wenn es um Nordhessen ging. Das war zugleich seine Überzeugung.

Holger Schach

Waldeck ließ aber auch anklingen, dass Schachs Wirken als Regionalmanager zuletzt begleitet wurde von Sorgen. Ihn hätten Fragen einer möglichen Umstrukturierung beschäftigt, die zu schlaflosen Nächten geführt hätten – und zu der Überlegung, womöglich beruflich doch noch mal etwas anderes zu machen.

Schach war insofern – so Waldecks Andeutung – zuletzt nicht nur ein Leiter, sondern auch ein Leidender. Zumal Schach stets bemüht war, Nordhessen voranzubringen. „Seinem Fleiß, seiner Tüchtigkeit ist es zu verdanken, dass sich die Region so prächtig entwickelt hat“, stellte Stefan Reuß fest, der Landrat des Werra-Meißner-Kreises, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Regionalmanagements ist. Schachs Energie hob auch Karl Gabriel von Karais vom Lions Club Kassel hervor, dem auch Schach angehörte.

Schach blieb bei alledem aber auch ein herzlicher Mensch. Das unterstrich Markus Exner von der Grimm-Heimat Nordhessen, einer Säule des Regionalmanagements. Schach habe die Mitarbeiter nie geduzt. „Das Miteinander hatte nichts Kumpelhaftes, und trotzdem stellte Herr Schach eine tiefe Vertrautheit her.“ Er merkte sich die Interessen eines jeden einzelnen, und bei Gelegenheit brachte er den Mitarbeitern Broschüren mit, die zu ihren Interessen passten.

Zu Schachs vielen Leidenschaften zählte vor allem die Musik. Seine Klavierlehrerin Julia Reingardt spielte während der Trauerfeier Ludwig van Beethovens Pathétique vor den zahlreichen Gästen aus Politik und Gesellschaft.

Unter den Trauernden sind auch ehemalige Kollegen aus Thüringen. Sie waren an jenem 25. Mai zu Besuch, als Schachs Leben plötzlich endete. Er starb – wie nun herauskam – an einem angeborenen, aber nie erkannten Herzfehler. Bereits am Dienstag wurde Schach im engsten Familienkreis beigesetzt.

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