Plätze auf ASS besonders begehrt

Eltern wollten Schulamt austricksen: Formulare wurden falsch ausgefüllt

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Besonders beliebt: Auf die Albert-Schweitzer-Schule wollen mehr Fünftklässler gehen, als die Schule aufnehmen kann.

Kassel. Mit allen möglichen Tricks und Kniffen haben Eltern und Schüler offenbar versucht, ihre Wünsche bei der Wahl der weiterführenden Schule zu realisieren. Doch keiner der vermeintlichen Tricks habe funktioniert, versichert Helga Dietrich, Leiterin des Staatlichen Schulamtes, auf Anfrage.

Besonders im Fokus steht die Kasseler Albert-Schweitzer-Schule (ASS), wo Plätze für angehende Fünftklässler besonders begehrt waren. Um Kinder sicher auf die ASS zu bekommen, seien Anmeldeformulare von einigen Eltern „bewusst falsch ausgefüllt“ worden, berichtete ein Elternteil anonym – aus Furcht vor Nachteilen für sein Kind – gegenüber der HNA.

Und so sollte der angebliche Trick funktionieren: Bei der zuerst gewünschten Schule wurde die ASS mit Englisch als erster Fremdsprache angegeben. Bei der Zweitwahl wurde ebenfalls die ASS genannt, allerdings mit Französisch als erster Fremdsprache. So seien einige zum Ziel gekommen, während andere nicht einmal einen möglichst kurzen Schulweg hätten geltend machen können. Hinter vorgehaltener Hand soll diese Methode an bestimmte Eltern weitergegeben worden sein, berichtete ein Vater anonym.

Helga Dietrich

Schulamtsleiterin Dietrich wies diese Vorwürfe gegenüber der HNA zurück. Der Trick sei zwar versucht worden, aber man habe dafür gesorgt, dass er nicht funktioniert. Die Wahl von Französisch als erster Fremdsprache habe nicht zu Lasten der Bildung von Englisch-Klassen geführt. Insgesamt gibt es an der ASS im kommenden Jahr im fünften Jahrgang vier Englisch- und zwei Französisch-Klassen.

Helga Dietrich berichtete von zahlreichen Widersprüchen nach der Zuteilung der Schüler. Zugleich warb sie um Verständnis. Der große Run auf die Gymnasien in der Stadt habe dazu geführt, dass „1479 Kinder gelenkt werden mussten“, was allein auf Grund dieser hohen Zahl zu großen Problemen geführt habe.

Für das kommende Schuljahr haben sich im Bereich des Kasseler Schulamts in Stadt und Landkreis 3269 Schüler in fünfte Klassen eingewählt. Damit musste fast die Hälfte aller Schüler nach ihrer Einwahl gelenkt werden, was bedeutete, dass einige Wünsche nicht erfüllt worden sind.

Zum Teil seien einige überrascht, dass ihr Erstwunsch nicht berücksichtigt wurde, dann seien sie vereinzelt mit dem erfüllten Zweitwunsch nicht einverstanden, so Dietrich. Daher weise das Schulamt immer wieder darauf hin: „Der Zweitwunsch ist ein ernst gemeinter Wunsch und nicht nur ein Notnagel.“ (clm) 

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