Trinkerszene und Prostitution: Ruf nach Alkoholverbot bei Berufsschulen

Müll vor den Klassenzimmern: Die Grünanlage vor den Berufsschulen an der Gießbergstraße hat sich zum Treffpunkt der Drogen- und Trinkerszene entwickelt.

Nord-Holland. Nun müssen sich Schulleiter, Lehrer und Schüler der Martin-Luther-King-Schule und der Paul-Julius-von-Reuter-Schule auch noch mit den Folgen der Prostitution herumschlagen. Damit verschärft sich die Situation für die beiden Schulen um ein weiteres Ärgernis.

Denn schon durch die Alkoholszene müssen die zwei Berufsschulen erhebliche Störungen und Belästigungen ertragen. Die Trinker träfen sich auf dem Grünstreifen vor den Gebäuden an der Ecke Gießbergstraße / Schillerstraße, lärmten, störten den Unterricht und hinterließen Müll und Dreck, hieß es seitens der Schulen. Es sei kaum Unterricht möglich.

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Die Situation habe sich seit einem Jahr verschlimmert, sei absolut unerträglich und keinesfalls hinnehmbar, erklärten die beiden Schulleiter Heinz Franzbach, Chef der Martin-Luther-King-Schule, und Karl-Friedrich Bätz, Leiter der Paul-Julius-von-Reuter-Schule, dem Ortsbeirat Nord-Holland während dessen jüngster Sitzung. Auch Elternvertreter und Lehrer waren zur Sitzung erschienen. Der Unterricht laufe bis 21.30 Uhr. Dass Schülerinnen und Lehrerinnen von Freiern angesprochen und behelligt würden, sei unzumutbar, erklärten die Schulvertreter.

Immer wieder komme es inzwischen auch zu Bedrohungssituationen. Viele Schüler trauten sich schon nicht mehr auf die Toilette, da diese von den Trinkern genutzt und beschmutzt würden. Dazu sagte Schulleiter Bätz, es sei unmöglich, alle elf Eingänge zu kontrollieren. „Wir können diesen Zustand nicht mehr verantworten“, sagte Heinz Franzbach. Holger Weichseldorfer, stellvertretender Leiter des Polizei-Reviers Mitte, erklärte, die Szene vom Lutherplatz verzöge sich jetzt an die Gießbergstraße.

Die Polizei sei gegen die Szene am Lutherplatz gewesen. Die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, Gabriele Steinbach, sagte, die Schulen seien ein besonders schützenswerter Raum. Das Café Nautilus von der Drogenhilfe Nordhessen müsse seine Öffnungszeiten verlängern, man dürfe Trinker nicht vor Schulen und Kitas lenken. Für die Grünfläche sei das Umwelt- und Gartenamt zuständig. Uwe Schwarz vom Ordnungsamt berichtete von Gesprächen mit der Trinkerszene, die eine kurzfristige Besserung gebracht hätten. „Ich erwarte Abhilfe, wenn der geplante Trinkraum kommt“, sagte Schwarz.

Der Platz, der von Schülern als Beteiligungsprojekt mitgestaltet wurde, müsse unbedingt wieder ein Treffpunkt für die Schüler werden, betonte er. Dies will auch der Ortsbeirat, der von der Stadt ein Alkoholverbot verlangt. Außerdem soll das Ordnungsamt durch entsprechend häufige Kontrollen gewährleisten, dass der Unterricht, Lehrer und Schüler nicht mehr durch Trinker und Prostitution gestört werden.

Von Sabine Oschmann

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