Runder Tisch soll zu Randalierern

Samuel-Beckett-Anlage: Trinkgelage sorgen für Unmut

Kassel. Ein Runder Tisch soll sich nun mit den Trinkgelagen von Jugendlichen in der Samuel-Beckett-Anlage befassen. Diese hatten die Anwohner in vielen Sommernächten um den Schlaf gebracht hatten.

Lesen Sie auch:

Samuel-Beckett-Anlage: Jugendgruppen rauben Anwohnern den Schlaf

Im Januar sollen sich unter anderem Anwohner, Vertreter des Ordnungs- und des Jugendamtes, Ortsbeiräte, der Marktleiter des nahe gelegenen Rewe-Marktes sowie einige der Jugendlichen zusammensetzen und nach einer Lösung für das Problem in der Wohnanlage suchen. Das beschloss der Ortsbeirat bei seiner jüngsten Sitzung. Dabei soll es auch um jugendliche Randalierer im Tannenwäldchen gehen, über die sich die Anwohner seit vielen Jahren beschweren.

Im Oktober hatten Anwohner im Ortsbeirat über „grölende, saufende und randalierende Jugendhorden“ berichtet, die sich zwischen April und Oktober an den Wochenenden oft bis zum frühen Morgen auf der Grünfläche am Spielplatz getroffen hatten. Der Ortsbeirat setzte das Thema auf die Tagesordnung seiner Novembersitzung, bei der es erneut Diskussionen mit aufgebrachten Bürgern gab.

Bürger fordern Alkoholverbot

Die Anwohner fordern ein Alkoholverbot in der Beckett-Anlage. Das habe auch in der Goetheanlage für Ruhe gesorgt. Dagegen sprachen sich die Ortsbeiräte Lisa Janz und Steffen Müller (beide Grüne) aus. Für viele Bürger seien die Parks ein Gartenersatz, in denen sie sich treffen, grillen und ein Bier trinken, sagte Müller: „Das mache ich auch, und ich bin bestimmt kein Randalierer.“ Das sei eine „verblendete Ansicht“, warf ihm Timo Reidt vor, der am Tannenwäldchen wohnt.

Mehr zur Samuel-Beckett-Anlage lesen Sie im Regiowiki.

Uwe Schwarz vom städtischen Ordnungsamt wies erneut darauf hin, dass die Situation in der Beckett-Anlage mit dem Rewe-Markt an der Friedrich-Ebert-Straße zusammenhänge, der bis 24 Uhr geöffnet ist. Jugendliche würden dort ihren Alkohol kaufen und sich dann auf dunkle Plätze verziehen. Das sei ein Phänomen, das man an vielen Stellen in der Stadt beobachte, wo es Märkte mit langen Öffnungszeiten gibt. Deshalb sollten die Märkte entweder früher schließen oder abends keinen Alkohol verkaufen, sagten mehrere Anwohner.

Michael Maschke – einer der für den Vorderen Westen zuständigen drei Jugendarbeiter der Jugendräume Wehlheiden – setzt dagegen auf Gespräche mit den Jugendlichen. „Wir haben erst im Oktober von den Vorfällen in der Beckett-Anlage gehört, sonst wären wir öfter hier gewesen“, sagte er. Er kenne einige der Jugendlichen, viele seien Heinrich-Schütz-Schüler.

In den kühlen Nächten ist es in der Beckett-Anlage ruhig geworden. Aber auch die Kontrollen der Ordnungshüter hätten bewirkt, dass sich hier derzeit keine Jugendlichen aufhalten, sagte Schwarz. Dafür erntete er Gelächter: „Die tanzen Euch doch auf der Nase rum“, sagte Reidt.

Die Stadt hatte sich zum Thema Alkoholverbot bereits geäußert: Verbote seien möglich, doch sollte man dieses Mittel nicht zu oft einsetzen, da die Cliquen dann oft auf andere Plätze auswichen.

Von Monika Puchta

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.