Einrichtung benötigt Außenfläche

Trinkraum im Hansa-Haus soll mittelfristig verlagert werden

Treff für alkoholkranke Menschen wird gut angenommen: Allerdings fehlt dem Trinkraum auf der Rückseite des Hansa-Hauses an der Kurt-Schumacher-Straße eine Außenfläche. Inzwischen ist der Anbau neu verputzt worden. Archivfoto: Rudolph

Kassel. Der Trinkraum, der seit Herbst 2012 im Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße beheimatet ist, soll „mittelfristig“ an einen neuen Standort verlagert werden. Ein Grund: Die Einrichtung benötigt eine Außenfläche.

Dies teilte Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) mit, als er im Ausschuss für Sicherheit einen Bericht über die bisherige Arbeit der Anlaufstelle für alkoholkranke Menschen vorstellte. Vor allem für die Sommermonate sei ein Standort mit Außenfläche wünschenswert.

Der aktuelle Mietvertrag für den Trinkraum läuft noch bis Herbst 2014. Ob der Vertrag verlängert werden könne, sei noch unklar, sagte Kaiser. Insgesamt bewertete er die Entwicklung des Szene-Treffs positiv. Er werde gut angenommen, und es gebe kaum Probleme.

Alle Hintergründe, Videos und Fotos zur Geschichte des Trinkraums finden Sie im Regiowiki.

In der Bilanz ist von 30 bis 70 Nutzern pro Tag die Rede. Im vergangenen Jahr mussten sieben Hausverbote verhängt werden. Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Besucher auch andere Drogen als Alkohol in dem Raum konsumieren. Zweimal musste die Polizei gerufen werden. Aber nicht wegen eines Konflikts zwischen den Nutzern, sondern weil Alkoholkonsumenten ins Krankenhaus gebracht werden mussten.

Kaiser setzte sich im Ausschuss dafür ein, dass das Angebot auch über 2014 hinaus erhalten bleibt. Für nächstes Jahr stehen im Haushalt 88 000 Euro bereit.

Damit die Anlaufstelle auch im Sommer attraktiv sei, brauche es einen Standort mit Außenfläche. Die Suche könne sich aber schwierig gestalten. „Es gibt da keinen Ortsbeirat, der hier ruft. Ich bin aber bereit, mich ein zweites Mal verprügeln zu lassen, wenn es eine sinnvolle Lösung gibt“, sagte Kaiser.

Der Ortsbeirat Wesertor hatte Kaiser scharf kritisiert, als dieser den Trinkraum im Hansa-Haus untergebracht hatte.

Ein neuer Standort, so heißt es in der Zwischenbilanz des Ordnungsdezernats, müsse in der Innenstadt liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sein. Seine Akzeptanz hänge unmittelbar mit der Zentralität des Angebots zusammen. Allerdings dürfe der Treff „möglichst nicht in Wohngebäuden liegen.“

Von Bastian Ludwig

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