Bürgermeister Kaiser stößt auf Widerstand

Kasseler Trinkraum soll ins Hansa-Haus

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Neuer Trinkraum-Standort: Nicht nur das Ordnungsamt, auch Moscheeräume und ein Brautmodenladen sind in unmittelbarer Nähe der von Bürgermeister Kaiser favorisierten Lösung.

Kassel. Das Trinkraum-Provisorium im Container an der Gießbergstraße soll bald ausgedient haben: Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) will den Trinkraum im Erdgeschoss des Hansa-Hauses an der Kurt-Schumacher-Straße unterbringen.

Das teilte er Mittwochabend erstmals öffentlich im Ortsbeirat Wesertor mit - und stieß auf Widerstand.

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Die Stadtteilvertreter stimmten geschlossen gegen das Vorhaben. Im Vorfeld hatten Anwohner, umliegende Geschäfte und ein in direkter Nachbarschaft befindlicher Moschee-Verein 200 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt. Die für den Trink-raum ins Auge gefassten Räume liegen direkt über denen der Moschee, der Zugang erfolgt über dasselbe Treppenhaus. Mohamed Fadil vom Moscheeverein sagte, man empfinde das Vorhaben als bewusste Provokation. Muslime lehnen den Verzehr von Alkohol ab. Die Trinkraum-Nutzer würden auf dem Weg zum Eingang zudem direkt an einem Brautmoden-Geschäft vorbeigehen. Die Inhaber fürchten, dass dann die Kundschaft ausbleibt.

Auch der Stadtrat Hendrik Jordan übte in seiner Funktion als Vizevorsitzender der SPD Wesertor harsche Kritik an den Plänen, aber auch dem Agieren seines Parteivorsitzenden Kaiser. Erneut seien Ortsbeirat und Betroffene viel zu spät informiert und nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden worden. (rud)  

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