Widerstand gegen Quartier im Hansahaus

Trinkraum: Umzug „in den nächsten Wochen“

Kassel. Seit Ende Juli befindet sich der Trinkraum in einem Container nahe des Holländischen Platzes. Als Ordnungsdezernent Jürgen Kaiser (SPD) diese provisorische Lösung im Sommer vorstellte, versprach er bis spätestens Oktober einen festen Trinkraum.

Inzwischen ist Mitte November.

Ende September hatte Kaiser im Ortsbeirat Wesertor seinen Plan vorgestellt, den Trinkraum im Hansa-Haus an der Kurt-Schumacher-Straße 35 unterzubringen. Seitdem war aus dem Rathaus zum Thema nichts mehr zu hören. Auf Nachfrage teilte Sprecherin Petra Bohnenkamp jetzt mit: „Der Umzug des Trinkraums in feste Räumlichkeiten wird zurzeit vorbereitet und in den nächsten Wochen umgesetzt.“

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Gegen den avisierten Standort im Hansa-Haus gibt es massiven Widerstand aus dem Ortsbeirat. Anwohner, umliegende Geschäfte und der im selben Gebäude ansässige marokkanische Moscheeverein hatten im September 200 Unterschriften gegen das Vorhaben eingereicht. Insbesondere die Muslime, in deren Glauben der Konsum von Alkohol verboten ist, sind gegen den Einzug des Treffpunkts für Alkoholiker. „Das ist für uns unmoralisch“, sagt Mohamed Fadil vom Moscheeverein. „Es ist schade, dass Herr Kaiser auf unseren Appell nicht reagiert hat.“ Fadil betont, dass man nichts gegen die alkoholsüchtigen Menschen habe. Man sei aber entschieden gegen den gewählten Standort über der Moschee.

Inzwischen sind ohnehin Stimmen laut geworden, die sich für einen Beibehalt des Container-Standorts an der Gießbergstraße hinter der Post aussprechen. Auch Bärbel und Jarno Ackermann, die den Trinkraum betreuen, hatten die jetzige Lage als ideal bezeichnet. Viele der Trinkraum-Besucher lehnen einen Umzug ins Hansa-Haus ab, weil ihnen die Nähe zum dortigen Ordnungsamt nicht behagt. Trotz der beginnenden kalten Jahreszeit sei es im Container dank Heizung warm, berichtet Jarno Ackermann auf Anfrage der HNA. „Es ist richtig gemütlich, auch weil die Leute jetzt meist reinkommen.“

Der Container selbst ist laut Stadtverwaltung winterfest, nicht allerdings die Wasserleitungen. Diese könnten bei härteren Frostperioden einfrieren. (rud)

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